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„Internet of Things“ sichert Passagiere und Fahrzeuge

IoT im Gotthard-Basistunnel

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Exkurs: Inmitten des Gotthard-Gesteins

Der Autor: Laurent Moureu
Der Autor: Laurent Moureu
(Bild: ALE)

Ganz in der Nähe des Gotthard-Tunnelsystems befindet sich auch eines der sichersten Rechenzentren der Schweiz, in einem ehemaligen Bunker der Schweizer Luftwaffe. Eindrücke und Technik finden Sie in folgendem Beitrag bzw. der darauf folgenden Bildergalerie.

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Metallstaub – kleine Partikel, großes Problem

Und dann gibt es noch den Staub. Schon in normalen Unternehmensumgebungen können Staub und andere Partikel in der Luft irgendwann zu Problemen führen. In einem Eisenbahntunnel kann insbesondere der Metallstaub, der von den Bremsen der Züge freigesetzt wird, erheblichen Schaden an den Netzwerkkomponenten anrichten. Dazu kommen elektromagnetische Interferenzen und Vibrationen, die beim ganz normalen Betrieb entstehen. Zusammen ergibt das eine Umgebung, in der Standard-Switches eine erheblich verkürzte Lebensdauer hätten und mechanische Probleme verursachen könnten.

Für ein zuverlässiges, sicheres und belastbares Netzwerk im Gotthard-Basistunnel war deshalb der Einsatz von besonders widerstandsfähigen Komponenten unabdingbar.

Für die Ewigkeit gebaut – das verstärkte Netzwerk

Im Gotthard-Basistunnel haben wir es mit einem verstärkten Netzwerk zu tun. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass Switches, Access Points und Router zum Einsatz kommen, die standardmäßig integrierte Sicherheit, dynamisches Tuning der Netzwerkleistung für die Bereitstellung von Echtzeitapplikationen und zuverlässige IP-Breitbandkonnektivität bieten. Anders gesagt: Das Netzwerk wird mit Hardwarekomponenten gebaut, die speziell für den industriellen Einsatz entwickelt wurden.

Die Konzeption und Implementierung des Datennetzwerks übernahmen die Spezialisten von Alpiq InTec. Sie setzten aus mehr als 450 Alcatel-Lucent OmniSwitch 6855, besonders widerstandsfähigen LAN-Switches, das Backbone des Datennetzes im Tunnel zusammen. Ein geringer Bedarf an präventiver Wartung und Instandsetzung ist ganz wichtig, wenn man ein Netzwerk bis zu 2,3 Kilometer unter einem Berg installiert. Die eingesetzten Switches sind deshalb mit Konvektionskühlung ausgestattet, die keine Lüfter nutzt, sondern Wärmeableiter. Das minimiert die Gefahr, dass Metallteilchen in das Gerät eindringen und die internen elektrischen Komponenten beschädigen.

Mit einem Standardnetz undenkbar

Durch dieses spezielle, extrem widerstandsfähige Netzwerk kann im Gotthard-Basistunnel IoT-Technologie genutzt werden, was mit einem Standardnetzwerk nicht möglich wäre. Und dieses Netzwerk gewährleistet das hohe Serviceniveau, das man braucht, um im längsten, sichersten und am besten vernetzten Tunnel der Welt jeden Tag 9.000 Passagiere sicher und komfortabel zu transportieren.

Blick ins sicherste Cloud-Rechenzentrum der Schweiz
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* Laurent Moureu ist General Manager bei ALE Switzerland GmbH

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