Trends & Perspektiven für eGovernment

Instrumente und Perspektiven von eParticipation

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Anspruchsvoll: Politische Simulationen

Die sowohl aus technischer als auch aus organisatorischer Sicht anspruchsvollste Form der eParticipation stellen politische Simulationen dar. Sie werden oftmals mit einer Szenariomodellierung kombiniert und bieten dem Benutzer die Möglichkeit, eine politische Situation (beispielsweise eine infrastrukturelle Entscheidung) online umzusetzen. Dabei werden die Auswirkungen der Strategien und Entscheidungen des Benutzers auf die Situation gezeigt. Die Ergebnisse der Simulationen werden den tatsächlichen politischen Prozess zwar nicht unbedingt beeinflussen, aber sie verleihen der Komplexität politischer Entscheidungen größere Transparenz (Beispiel: das Bundestagsforum zum Haushalt 2006 https://www.bundestag.de/forum/forumdisplay.php?f=15) oder Stadt Bristol www.bristol-city.gov.uk/ccm/portal). Die Tabelle zeigt die vorgestellten Instrumente im Verhältnis zu den oben vorgestellten vier Bereichen des Themenfelds eParticipation.

Abschließend sei angemerkt, dass eParticipation keine Einbahnstrasse sein sollte, in der allein die Bürger immer bessere und schnellere Dienstleistungen von der Verwaltung fordern. Interaktion setzt vielmehr zwei Seiten voraus, um zu einem kommunikativen Gleichgewicht zu kommen. In diesem Sinne haben die Niederlande ein Portal eingerichtet, in dem sich Verwaltungsmitarbeiter über unhöfliche, unverschämte oder anderweitig anstrengende Bürger äußern können. Unter www.lastvandeburger.nl („Stress durch den Bürger“) werden diese Zuschriften veröffentlicht – und mit den Zuschriften in dem Schwesterportal www.lastvandeoverheid.nl („Stress durch den Staat“) abgeglichen. Ob der Aktualität werden die Diskussionsforen beider Portale viel genutzt; eine zweistellige Zahl an Zuschriften zu einem Eintrag ist keine Seltenheit.

Mit Multichanneling weite Bevölkerungskreise erreichen

Deutlich ist, dass eParticipation in seinen vielfältigen Ausprägungen eine wesentliche Maßnahme ist, um die laufenden Bemühungen der Bundesregierung zur Angebotsverbesserung für Bürger und Mitarbeiter im Bereich eGovernment zu unterstützen (unter anderem einheitliche Rufnummer 115, EfA-Dienstleistungen, Transfer beispielhafter Lösungen). Insbesondere die Behördenrufnummer 115 ist dabei geeignet, breitere Bevölkerungsschichten an das Thema elektronische Verwaltung heranzuführen. Hier liegt auch eine Schwäche der bisherigen Handhabung des Themas auf europäischer Ebene: die geförderten Lösungen sind insgesamt auf techniknahe Bevölkerungsgruppen ausgerichtet.

Die internetbasierenden Zugänge haben Vorteile gegenüber einfacher strukturierten Kommunikationskanälen wie der einheitlichen Behördenrufnummer – insbesondere, was die Diskussion komplexer Themen und die horizontale Kommunikation der Bürger betrifft. Gleichwohl erscheint die Einbindung weiter Bevölkerungsteile durch die Nutzung möglichst vieler Kanäle („Multichanneling“) als entscheidende Voraussetzung elektronischer Partizipation.

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