Interview

„Insellösungen machen keinen Sinn“

22.10.2009 | Redakteur: Manfred Klein

Uwe Seidel, Projektleiter Polizei-Online im Innenministerium – Landespolizeipräsidium – Baden-Württemberg
Uwe Seidel, Projektleiter Polizei-Online im Innenministerium – Landespolizeipräsidium – Baden-Württemberg

Auf dem 14. Microsoft-Polizeikongress stand der Austausch von Best Practices und Ideen zwischen den IT-Verantwortlichen der Sicherheitsbehörden bei Bund und Ländern im Mittelpunkt. Die Veranstaltung machte deutlich, dass durch geschickte IT-Investitionen die Leistungsfähigkeit nicht nur der Polizeiverwaltungen signifikant erhöht werden kann. Eröffnet wurde der Polizeikongress von Karl Peter Brendel, dem Staatssekretär des Innenministeriums von Nordrhein-Westfalen.

Unter dem Motto „Kooperationen in der Polizei – Das Rad nicht neu erfinden“ stand dabei die ressortübergreifende Zusammenarbeit zwischen Behörden der inneren Sicherheit im Mittelpunkt. Eine der gezeigten Software-Lösungen waren die Ergebnisse des Innovationsprojekts Polizei-Online, die im Rahmen einer nahezu bundesweiten Kooperation weiterentwickelt werden. eGovernment Computing, Medienpartner des Kongresses, sprach mit Uwe Seidel, Projektleiter Polizei-Online im Innenministerium – Landespolizeipräsidium – Baden-Württemberg.

Herr Seidel, wohin geht die Reise bei der IT-Landschaft der Sicherheitsbehörden?

Seidel: Die Entwicklung von eGovernment-Lösungen bei den Polizeibehörden gestaltet sich aufgrund der föderalen Kompetenzverteilung nicht immer einfach. Auf den ersten Blick scheint es sinnvoll, dass die Bundesländer auf ihre jeweiligen Anforderungen zugeschnittene Systeme entwickeln und betreiben. Das bedeutet aber, dass sechzehn Mal der volle Entwicklungsaufwand betrieben werden muss. Das macht häufig keinen Sinn, da Polizeiarbeit im Grunde genommen überall vor denselben Herausforderungen steht und dann auch nicht gewährleistet ist, dass diese Inselsysteme miteinander verbunden werden können.

Polizei-Online geht einen anderen Weg und setzt auf Kooperationen zwischen den Bundesländern, in unserem Fall Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und das Saarland. Darüber hinaus dienen unsere Entwicklungen bereits als Grundlage eines maßgeblich von der EU geförderten internationalen Innovationsprojekts mit den Ländern Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Schweiz, Österreich und Deutschland. Natürlich gibt es auch viele andere polizeiliche Kooperationsprojekte, zum Beispiel im Bereich der Fahndungssysteme und Vorgangsbearbeitungen. Mit Polizei-Online verfolgen wir aber einen breiten, innovativen Ansatz, der von Dokumentenmanagement über eGovernment bis hin zu modernen Bildungsmaßnahmen reicht.

Nächste Seite: Kooperationen erweitern den Handlungsspielraum der Beteiligten

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 2041581 / Kommunikation)