OZG-Umsetzung

Innovative Methoden für deutsche Amtsstuben

| Autor / Redakteur: Jana Janze / Manfred Klein

Amtsleitung und Bürger auf Augenhöhe

Behörden sind in aller Regel hierarchisch gegliedert. In vielen Fällen ist das Verhältnis der Bürgerinnen und Bürger zu ihren Behörden auch nicht immer von Begegnungen auf Augenhöhe geprägt. Es ist nicht schwer zu verstehen, dass beides zum modernen und agilen Konzept Design Thinking nicht passt.

Wer auf ungewöhnliche Weise zur Lösung ungelöster, komplexer Probleme kommen will, sollte daher bereit sein, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seiner Behörde hierarchiefrei und auf Augenhöhe zu verhandeln – und alle einzubeziehen, die von einzelnen Prozessen betroffen sind, also auch die Bürgerinnen und Bürger.

Das kann man für kompliziert halten, ist in vielen Design-Thinking-Projekten allerdings einfach zu bewerkstelligen: Durch die Nutzerzentrierung und die Arbeit in interdisziplinären Teams werden eine gemeinsame Sicht auf das Problem erzeugt und iterativ Lösungen entwickelt. Kurze Abstimmungswege zwischen Fachbereich, IT, Projektmanagement und Entwicklung sparen Zeit, Geld und unnötigen Aufwand – gerade weil man alle Beteiligten in Workshops zusammenbringt.

Um auf Augenhöhe zu diskutieren, empfiehlt es sich am Beginn eines Workshops das Du einzuführen – das allein ist an einigen Stellen herausfordernd, bietet aber gleichzeitig neue Möglichkeiten der Kommunikation und des kreativen Umgangs – besonders dann, wenn man nach dem Workshop nicht ins Sie zurückfällt. Damit sind, zugegeben, nicht alle Hierarchien in der Aktenablage im Keller verschwunden, aber es verändert die Kultur, zumindest ein bisschen.

Auch der Raum für die Durchführung eines Projekts oder Workshops mit den Methoden des Design Thinkings ist entscheidend. Die Kombination aus flexiblen Möbeln, Platz an den Wänden, Werkzeugen und Material, um neue Ideen zu visualisieren, ist für den kreativen und erfolgreichen Austausch durchaus erfolgskritisch. Der Raum soll zur Reflektion anregen, die Teamarbeit fördern und gleichzeitig Entspannung bieten.

Herausforderungen angehen, zu denen es noch keine Lösung gibt

Für den Erfolg von Design Thinking ist der Zuschnitt der Fragestellung essentiell. Zur Vorarbeit gehört es daher, einen Prozess zu identifizieren, der lösbar ist, aber noch nicht gelöst wurde. Es ist ratsam, mit einem Workshop zu starten, bevor man Design Thinking in der Organisation implementiert. So kann man den kreativen Arbeits- und Denkansatz kennenlernen oder schärfen.

Für den Workshop eignen sich im ersten Schritt überschaubare und dennoch komplexe Prozesse, auf deren Basis man kundenspezifisch die Probleme evaluiert. Lösungen können – und sollen – einzelne Elemente des Prozesses umfassen, um schnelle Erfolge zu generieren, so genannte Quick Wins. Dabei handelt es sich um Lösungsbausteine, die im ersten Schritt schnell umzusetzen sind, bevor man sich umfassenderen Prozessdigitalisierungen zuwendet. Jede Behörde braucht diese schnell zu realisierenden Lösungen, um Innovationen nicht nur zu denken, sondern auch umzusetzen.

Ergänzendes zum Thema
 
St3ps: Drei erste Schritte ins Design Thinking

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 46082082 / Projekte & Initiativen)