Kooperation mit der Wirtschaft

Innovative Ansätze für B2G-Interaktionen

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Drei Machbarkeitsstudien

Ende Mai 2008 wurden drei Konsortien um je eine Forschungseinrichtung unter Beteiligung von Wirtschaftsunternehmen mit der Weiterentwicklung bestehender Prozessketten entlang der Wertschöpfungsketten der Wirtschaft beauftragt. Es handelt sich hierbei um Informations- und Meldepflichten von Arbeitgebern sowie von Finanzdienstleistern und um Meldepflichten der Unternehmen im Bereich „Umwelt“.

Die Auftragnehmer sollen eine Systematik entwickeln, wie Datenflüsse und Vorgangsbearbeitung zwischen Behörden und Unternehmen der Wirtschaft mit Prozessketten abgewickelt werden können. Praxistaugliche Lösungsvorschläge für die Ausgestaltung von Schnittstellen, Übergabepunkte der Daten in den Prozessketten sollen mit wissenschaftlicher Expertise entwickelt werden. Weitere wichtige Faktoren sind Datenschutz und -sicherheit sowie der Routinegrad des Datenaustauschs. Es sollen innovative Lösungsansätze entwickelt werden, die frühzeitig in die eGovernment-Vorhaben der Öffentlichen Verwaltung einbezogen werden. Der IT-Stab des BMI begleitet die Vorhaben und bringt Erfahrungen aus bestehenden Projekten ein.

Im Ergebnis werden Projektansätze für die organisationsübergreifende Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Wirtschaft entstehen, Betreiber- und Geschäftsmodelle für einen späteren laufenden Betrieb entwickelt sowie mögliche Potenziale für den Bürokratiekostenabbau hergeleitet. Die aus der Systematik abgeleiteten charakteristischen Prozesstypen können als Grundlage zum Aufbau von Prozessbibliotheken zur Entwicklung weiterer Prozessketten dienen. Ein Vergleich von Lösungsansätzen aus den Bundesländern sowie anderen Staaten in Bezug auf realisierte Prozessketten dient der Beurteilung der Machbarkeit und soll Anregungen für Vorgehen und Realisierung liefern.

Im Rahmen der Studien sollen auch neue Anwendungsmöglichkeiten für die Standards und Architekturprinzipien der Öffentlichen Verwaltung (XML, XÖV, SAGA und IT Grundschutz) nutzbar gemacht werden. Im Einzelfall wird dann zu prüfen sein, welche Architekturen für die jeweiligen Dienste geeignet sind. Zudem sollen organisationstechnische Modelle im Sinne eines Re-Engineerings berücksichtigt werden. Dazu gilt es zu untersuchen, wie Prozessketten kombiniert werden können, welche Anforderungen an die Behörde (beispielsweise übergreifendes Arbeiten) entstehen und welche rechtlichen Aspekte sich ergeben.

Mit der Digitalisierung von Prozessketten haben wir Neuland betreten und nehmen heute im europäischen Vergleich eine Vorreiterrolle ein. Von den Studien erwarten wir fundierte Erkenntnisse über unsere Möglichkeiten, die digitalen Schnittstellen mit der Wirtschaft weiter zu verbessern. Sie müssen sich daher unmittelbar in der Praxis bewähren: die von den Konsortien entwickelten umfassenden Lösungsvorschläge für den Ausbau der Prozessketten sollen als Grundlagen für eine branchenweite Prozessintegration dienen und noch im Jahr 2009 im Rahmen von Pilotprojekten umgesetzt werden.

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