Wissensmanagement und eGovernment

Innovation schafft Wissen – Wissen schafft Innovation!

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Wissensbasierende und l­ernende Organisation

Um ein modernes Wissensmanagement zu realisieren, reicht es nicht, die beschriebenen Impulsmaßnahmen in den gegebenen Rahmenbedingungen umzusetzen. Damit Wissensmanagement effizient und effektiv operieren und nicht zuletzt die Erwartungen erfolgreich erfüllen kann, ist eine Neuausrichtung und Transformation hin zu einer wissensbasierenden Organisation erforderlich.

Der Kern des Wissensmanagements ist also kein Projekt, sondern umfasst eine langfristig angelegte Transformation. Zur Transforma­tionsdimension des Wissensmanagements gehören alle Maßnahmen und Vorgaben, die die Zusammenarbeit einer Institution definieren und eine gewünschte sowie gelernte Wissenspraxis beschreiben. Die formale Struktur einer Institution ist auf Stabilität ausgerichtet und entscheidet über ein Erfolg und die Motivation des Wissensmanagements. Diese setzen den Rahmen für Engagement und uneigennützige Aktivität der Beschäftigten. Das Zielsystem einer wissensbasierenden Organisa­tion bricht vielfältig mit Regeln sowie gelernten Verhaltensweisen.

Zu den Aktivitäten im Rahmen der Transformation gehört ein neues Denken, zum Beispiel:

  • Neue Denkrichtung: Förderung eines Denkens von „unten nach oben“ statt von „oben nach unten“!
  • Neue Blickrichtung: Alle Beschäftigten müssen die Institution von „außen nach innen“ statt von „innen nach außen“ sehen und den Blick des Kunden und Auftraggebers zur Maxime der Veränderungen machen!
  • Neudefinition des Führungs- und Mitarbeiterverständnisses!
  • Vertrauen und zumindest Zutrauen zu den Fähigkeiten und Kompetenzen der eigenen Beschäftigten spürbar machen.
  • Kompetenzorientierung statt H­ierarchiedenken.
  • Selbstorganisation und -bestimmung der Beschäftigten!
  • Vertrauensarbeit, etwa durch Arbeitszeitflexibilisierung, Teilzeitmodelle, Wahl des Ortes der Leistungserbringung (Telearbeit etc.).
  • Führungsverhalten ausgerichtet auf Ergebnisorientierung statt Prozess- und Verhaltenskontrolle.
  • Informelle Netzwerke werden nicht nur zugelassen, sondern aktiv gefördert.
  • Moderne Fehlerkultur!
  • Fehler akzeptieren und aus ihnen lernen. Fehler offensiv als Bestandteil der lernenden Organisation und Teil es Innovationsmanagements verstehen.
  • Modernes Kommunikations­management!
  • Transparenz und offensives Meldungsmanagement!

Diese Maßnahmen bedeuten ein neues Denken für das Management sowie alle Beschäftigten und erzwingen eine Abkehr von althergebrachten Regeln, geübten Verhaltensweisen, von klassischen Strukturen und Prozessen.

Wissen und Kommunikation können nicht angeordnet werden. Wissen und Innovation entwickeln sich nur in einem entsprechenden Umfeld – durch einen kreativen Umgang mit Kontext und Assoziation. Dieser wird aber durch Kontrolle behindert. Stark hierarchische Institutionen, die durch Steuerung „von oben nach unten“ geprägt sind, werden ein modernes Wissensmanagement nicht erreichen können.

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