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Niedersachsen steigt nach Pilotphase um Innenministerium will Microsoft Sharepoint statt Fabasoft eGovSuite

| Redakteur: Gerald Viola

Gaben die Kosten den Ausschlag? Nach einem fünfjährigen Pilotversuch mit der eAkte von Fabasoft beschloss das Kabinett in Hannover künftig ein Dokumenten- und Vorgangsbearbeitungssystem auf Basis der in der Fachwelt populären Anwendung SharePoint einzusetzen und in einer einjährigen Pilotphase zu erproben.

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Das Innenministerium Niedersachsen will auf Sharepoint wechseln
Das Innenministerium Niedersachsen will auf Sharepoint wechseln
(Foto: Innenministerium Niedersachsen)

Im vergangenen Jahr erklärte die österreichische Softwareschmiede zur Erprobung ihrer eGovSuite: „Nach erfolgter Qualitätssicherung und Abnahme startet der Pilotbetrieb Anfang 2008 in fünf Dienststellen im Land Niedersachsen. Derzeit arbeiten etwa 700 Nutzer in 12 Pilotbehörden und Fachverfahren mit der Fabasoft eGov-Suite. Der Pilot wird noch bis Ende 2012 fortgesetzt und bis auf 1.000 Arbeitsplätze ausgebaut. Danach ist die systematische Einführung auf allen geeigneten Arbeitsplätzen der Landesverwaltung vorgesehen.“

Dazu wird es nicht mehr kommen. Denn die niedersächsische Landesregierung hat in ihrer Kabinettsitzung heute den Erfahrungsbericht zu der (auslaufenden) Pilotphase des Projektes „eAkte Land" behandelt und beschlossen, dieses Projekt weiterzuentwickeln.

Allerdings mit einer anderen Software: „Als erstes Land hat Niedersachsen auf das vom Bund erst im Mai 2012 verabschiedete neue Organisationskonzept „Elektronische Verwaltungsarbeit" reagiert. Damit soll die behördliche Dokumentenverwaltung digitalisiert und automatisiert werden. Zu diesem Zweck wird die auslaufende Pilotphase zur Einführung einer elektronischen Akte auf eine andere Software-Lösung umgestellt.“

Den Ausschlag hat wohl das Innenministerium gegeben. Es empfahl, künftig ein Dokumenten- und Vorgangsbearbeitungssystem auf Basis der in der Fachwelt populären Anwendung SharePoint einzusetzen und in einer einjährigen Pilotphase zu erproben. Da das Land alle notwendigen Anwender-Lizenzen hierfür aufgrund vertraglicher Bindungen an die Firma Microsoft bereits halte, sei bei einer flächendeckenden Einführung in der Verwaltung mit geringen Kosten zu rechnen.

Weitere Vorteile des neuen Verfahrens seien zudem eine tiefere Integration in die gewohnte Arbeitsplatzumgebung, ein höheres Maß an Bedienerfreundlichkeit und damit ein geringerer Schulungsaufwand für die Mitarbeiter.

In Bayern hatte erst in der vergangenen Woche Ministerpräsident Horst Seehofer die eAkte im Freistaat zur Chefsache gemacht.

Update 16.16 Uhr

Leopold Bauernfeind, Geschäftsführer Fabasoft D Software GmbH, erklärte auf Anfrage von eGovernment Computing: „Selbstverständlich stehen wir auch in der Phase der Erprobung eines anderen Produktes beziehungsweise einer Projektlösung hinter unseren Kunden im Land Niedersachsen, die mit unserem Produkt die eAkte eingeführt haben und diese im täglichen Betrieb einsetzen.“

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