IT-Infrastrukturen bei Polizeiorganisationen

Informationsmanagement als Kernkompetenz

12.09.2008 | Autor / Redakteur: Ralf Wagner, Leiter Öffentliche Sicherheit, SAP Deutschland / Gerald Viola

Früher war die Welt übersichtlich. Weil der Streifenpolizist, unser Freund und Helfer, die Menschen seines Reviers, ihre Sorgen und Nöte aus erster Hand kannte, konnte er Rechtsverstöße meist zügig aufklären. Wenn nicht, schaltete sich der Polizeichef ein, kämpfte sich im Büro durch Aktenberge oder ermittelte am Tatort. Zwischen dem einen oder anderen Einsatz holte auch er sich seine Informationen am liebsten auf der Straße.

Lang sind sie her, diese beinahe romantisch anmutenden Zeiten. Längst ist die Strafverfolgung viel komplexer geworden. In der mobilen Gesellschaft von heute weiß kaum noch jemand über den Nachbarn Bescheid. Das Erbe der Wachtmeister und diensterfahrener Kommissare von einst haben gut ausgebildete, IT-kundige Ermittler angetreten, die in einer Welt des vernetzten Verbrechens, des globalisierten Terrorismus, der Wirtschafts- und Internetkriminalität agieren. Doch so sehr sie dabei auf Informationen angewiesen sind, hindert deren schiere Masse sie eher daran, Straftaten aufzudecken oder diesen vorzubeugen.

Hätte Scotland Yard es geschafft, Jack the Ripper zu verhaften, wenn Ende des 19. Jahrhunderts bereits dieselben informationstechnischen Möglichkeiten wie heute zur Verfügung gestanden hätten? Über die Antwort lässt sich nur spekulieren.

Doch eines steht fest: Heute investiert Scotland Yard im Rahmen des Policing London Business Plan kräftig in den Ausbau der eigenen IT-Infrastruktur. Im Mai 2008 konnten SAP und der London Metropolitan Police Service – so der offizielle Name von Scotland Yard – den Abschluss eines umfassenden Rahmenvertrages bekanntgeben.

In London verfolgt man in Zukunft einen integrativen IT-Ansatz, bei dem die verschiedenen Anwendungen und Systeme intensiv zusammenarbeiten und zur Optimierung der Strafverfolgung genutzt werden sollen. Damit gibt eine der größten und renommiertesten Polizeiorganisationen Europas einen Trend vor, dem sich Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben in anderen europäischen Ländern nicht entziehen können werden. Doch sieht die Situation vielerorts noch ganz anders aus.

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