eGovernment in Bremen

Informationsaustausch zu Digitalisierungsthemen in Kreditwirtschaft und Öffentlicher Verwaltung vereinbart

| Redakteur: Manfred Klein

(v.l.) Michael Eichler, Andreas Krautscheid, Staatsrat Hans-Henning Lühr, Dr. Stephan Klein
(v.l.) Michael Eichler, Andreas Krautscheid, Staatsrat Hans-Henning Lühr, Dr. Stephan Klein (© Senatorin der Finanzen Bremen)

Gut Ding will eben doch Weile haben. Als es darum ging den elektronischen Personalausweis einzuführen, haben die Verantwortlichen schon fast verzeifelt versucht, den Finansektor mit ins Boot zu holen. Nun, unternimmt man in Bremen einen neuen Anlauf. Der Vorsitzende des IT-Planungsrates, Henning Lühr, und der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes sowie die Geschäftsführer von Bank-Verlag und Governikus vereinbaren intensiven Informationsaustausch der beiden Branchen.

Die Initiatoren verweisen zur Begründung auf die Entwicklung in anderen EU-Länder. Kreditwirtschaft und Public Sector arbeiteten dort im Zuge der Digitalisierung zusammen, um zum Nutzen von Bürgerinnen und Bürgern beziehungsweise Kundinnen und Kunden entsprechende Infrastrukturen in beiden Branchen mit Ziel, so möglichst nutzerfreundlich und weitreichend die Digitalisierung voranzutreiben, zugänglich zu machen.

Der Erfolg gebe diesen Ländern recht. Überall dort, wo Kreditwirtschaft und Public Sector kooperieren, seien sowohl die Nutzungszahlen als auch die Akzeptanz der Nutzer für die entsprechenden Online-Angebote deutlich höher als hierzulande. Während etwa in Dänemark eGovernment ebenso wie Online-Banking eine Nutzungsquote von rund 90 Prozent aufwiesen, seien es in Deutschland nur rund 50 Prozent. Anlass genug, um auch in Deutschland in den Dialog zwischen den Branchen intensiver einzutreten.

In Bremen haben sich nun der Vorsitzende des IT-Planungsrates, Staatsrat Hans-Henning Lühr und der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Andreas Krautscheid sowie die Geschäftsführer des Bank-Verlags, Michael Eichler und Governikus, Dr. Stephan Klein, getroffen, um sich über mehrere Digitalisierungsthemen und Kooperationsmöglichkeiten auszutauschen. Vereinbart wurde die Fortsetzung des Gespräches in einem erweiterten Kreis.

„Diese Initiative kommt genau zur richtigen Zeit, da beide Branchen ähnliche Herausforderungen haben. Wichtig ist, die Gespräche nun mit möglichst allen relevanten Beteiligten fortzusetzen“, so Krautscheid, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken. Der Bremer Staatsrat für Finanzen und Landes-CIO Henning Lühr ergänzt: „Wenn in anderen EU-Staaten erfolgreich mit Banken und Sparkassen beim eGovernment zusammengearbeitet wird, sollten wir die guten Erfahrungen auch in Deutschland als Vorbild nutzen.“ Bremen stellt turnusgemäß in diesem Jahr den Vorsitz im IT-Planungsrat.

Thematisiert wurden unter anderem neben den Einsatzmöglichkeiten des auslesbaren Personalausweises sowohl für die Online-Kontoeröffnung, aber auch in der Filiale vor Ort und der im Zuge des GwG erforderlichen Legitimationsprüfungen auch die Möglichkeit, auf Basis von Online-Banking sogenannte Fernsignaturen zum Einsatz zu bringen, mit denen sowohl im Online-Banking als auch in der Öffentlichen Verwaltung rechtsgültig elektronisch unterzeichnet werden kann.

Laut Pressemitteilung koperieren der Bank-Verlag und Governikus bereits operativ miteinander, um die entsprechenden Synergieeffekte voranzutreiben. Im Blickpunkt stehen hier vor allem die Nutzerfreundlichkeit, aber auch die Sicherheitsaspekte. „Online-Angebote müssen immer aus Sicht des Kunden gedacht werden. Diese wollen vorhandene Technologien und bekannte Anwendungen nutzen“, erläutert Eichler.

Der Bank-Verlag als Vertrauensdiensteanbieter nach der europäischen eIDAS-Verordnung für rechtsgültige elektronische Fernsignaturen verfügt neben hochmodernen 2-Faktor-Authentifizierungsverfahren auch bereits über entsprechende Berechtigungszertifikate des Bundesverwaltungsamtes zur Nutzung des Personalausweises.

„Die Anforderungen an das Sicherheitsniveau bei Online-Angeboten sind sowohl in der Kreditwirtschaft als auch im Public Sector als gleichermaßen und sehr hoch einzustufen. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für die gegenseitige Nutzung digitaler Angebote“, ergänzt Dr. Stephan Klein. Governikus entwickelt und pflegt u.a. im Auftrag der IT-Planungsratsmitglieder (Bund und Länder) Softwarelösungen, die sowohl für sichere eID-, Transport- und Signaturinfrastrukturen flächendeckend im Public Sector sowie der Justiz im Einsatz sind.

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