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Anwendungen auf Knopfdruck In Karlsruhe rollt der Update-Express

| Redakteur: Gerald Viola

Über 2.000 PCs und Laptops regelmäßig mit neuen Anwendungen und Updates zu versorgen erfordert eine Menge Installations- und Abstimmungsaufwand. Hinzu kommen Arbeiten, die durch Hardware-ausfälle oder beim Austausch von Geräten anfallen. Die Stadt Karlsruhe nimmt ihrer IT-Abteilung mit einer innovativen Lösung diese Bürde ab: Die Anwendungen befinden sich auf einer „Applikationsplattform“.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Eine Softwarelösung überträgt sie per Streaming zum gewünschten Endgerät, wo sie beliebig oft in einer virtuellen Umgebung ausgeführt werden. Ein manueller Installationsaufwand am Endgerät entfällt. Die Konfiguration neuer Endgeräte dauert nur wenige Minuten – danach steht dem Nutzer die persönliche Arbeitsumgebung mit allen individuellen Einstellungen zur Verfügung. Neue Anwendungen und Updates kann die IT-Abteilung damit in einem Bruchteil der Zeit verteilen, die früher dafür erforderlich war.

Karlsruhe ist mit rund 286.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Baden-Württembergs. Die nordbadische Metropole zählt zu den letzten europäischen Städten, die auf dem Reißbrett geplant wurden. Sie entstand im Jahr 1715 mit der Grundsteinlegung des Karlsruher Schlosses. Seit den 1950-er-Jahren residieren in Karlsruhe der Bundesgerichtshof und das Bundesverfassungsgericht. Die Stadtverwaltung, zuständig für sämtliche kommunalen Belange, beschäftigt etwa 5.260 Mitarbeiter.

Aufwendige Rollouts

Die Verwaltung der Stadt Karlsruhe besitzt rund 2.500 PCs und Laptops in ihrem Zuständigkeitsbereich. Schon deshalb hatten die Mitarbeiter der IT-Abteilung alle Hände voll zu tun, um die Geräte regelmäßig mit neuen Anwendungen und Updates zu versorgen. Stets waren Techniker unterwegs, um Software auf Desktops und Laptops aufzuspielen. Die Fachverfahren erschwerten diese Aufgabe noch. Fachverfahren sind Software-Anwendungen, die speziell für behördliche Aufgaben entwickelt werden. Sie alle müssen kompatibel mit dem verwendeten Betriebssystem oder auch mit Standardanwendungen wie Microsoft Office sein. Je mehr Anwendungen auf einem Gerät installiert waren, umso größer war außerdem das Risiko von Störungen.

Darüber hinaus müssen bestimmte Anwendungen bei der Stadt Karlsruhe auf verschiedenen Versionsständen vorhanden sein. SAP-Spezialmodule und darauf aufbauende Anwendungen benötigen bisweilen je nach Produkt teilweise die alte Version, teilweise die neue. All das erforderte häufig längere Anpassungsarbeiten an einzelnen Arbeitsplätzen. Bereits 2003 begann Stefan Kunze, sich nach einer Software umzusehen, die zumindest den Rollout neuer Programme und Updates automatisieren sollte. Doch sämtliche konventionellen auf Tauglichkeit geprüften Produkte stellten für die IT der Stadtverwaltung keinen echten Fortschritt dar. Erst 2005 fand Kunze mit Microsoft SoftGrid die passende Lösung: SoftGrid führt Anwendungen lokal auf dem gewünschten Rechner in einer virtuellen Umgebung aus.

Dazu „streamt“ SoftGrid die jeweilige Software zum PC oder Laptop, der mit einem passenden SoftGrid-Client ausgerüstet ist. Auf dem Endgerät braucht damit außer dem Betriebssystem und sicherheitsrelevanter Software nichts mehr installiert zu werden. Die Mitarbeiter können die individuellen Einstellungen auf ihrem Rechner vornehmen und genau so mit den Programmen arbeiten, als würden sie klassisch auf dem Client installiert werden. Vom Office-Paket bis zur Spezialsoftware stehen alle benötigten Anwendungen zentral auf zwei SoftGrid-Servern bereit. Weil alle virtualisierten Anwendungen in sogenannten Silos ausgeführt werden, arbeiten sie unabhängig vom Betriebssystem und anderen Lösungen, die unter Umständen bereits vorhanden sind.

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(ID:2017011)