Standortpolitik

In Adlershof blühen Wissenschaft und Technologie

19.06.2008 | Autor / Redakteur: Wolfgang Müller / Manfred Klein

Standortpolitik braucht heute modernste Kommunikationstechnik
Standortpolitik braucht heute modernste Kommunikationstechnik

Wirtschaftsförderung lebt von möglichst guten Infrastrukturen. Neben den Klassikern wie Verkehrsanbindung, Energie und Wasserversorgung gehört heute auch eine umfassende Versorgung mit Breitbandnetzen dazu. Welche Rolle eGovernment spielt und wie sich Wirtschaft und Politik dabei gegenseitig positiv beeinflussen, zeigt das Berliner Projekt Adlershof.

Auf einer Fläche von rund 4,2 Quadratkilometern – doppelt so groß ist wie das Fürstentum Monaco – wächst im Südosten Berlins Deutschlands größter integrierter Technologie- und Medienstandort mit rasantem Tempo. Mehr als 790 Unternehmen haben sich inzwischen hier angesiedelt. Vor allem die moderne Infrastruktur dient dabei als Zugpferd.

Wo vor der Wende verschiedene Fernsehstudios und neun Institute der Akademie der Wissenschaften der DDR ihren Sitz hatten und das Stasi-Wachregiment exerzierte, gehen heute täglich fast 13.500 Mitarbeiter und 6.600 Studenten ein und aus.

In sanierten Altbauten oder in neuen Gebäuden mit teilweise preisgekrönter Architektur entstanden moderne Fachzentren, etwa für Photonik und optische Technologien, für Umwelt-, Bio- und Energietechnologien, für Informations- und Medientechnologie sowie für Material- und Mikrosystemtechnologie. „Die bundesweit einzigartige Konzentration von Universitätsinstituten, Forschungseinrichtungen und Technologieunternehmen veranschaulicht den zukunftsorientierten Ansatz unserer Wirtschaftspolitik“, freut sich Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf über die Erfolgsstory. Mit jeder Ansiedlung werde die moderne Industrie in der Bundeshauptstadt gestärkt.

Leistungsfähige Infrastruktur

Die 793 Unternehmen, die sich bis Ende 2007 im Technologiepark, der Medienstadt und dem angrenzenden Gewerbegebiet niedergelassen haben, beschäftigen zusammen rund 13.400 Mitarbeiter, 5,8 Prozent mehr als 2006. Hinzu kommen über 1.100 Auszubildende und gut 6.600 Studenten an den hier ansässigen naturwissenschaftlichen Instituten der Humboldt-Universität. Einschließlich Haushalts- und Fördermitteln erzielten die Unternehmen 2007 einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro.

Der Anteil der Fördermittel war dabei erneut rückläufig und lag zuletzt nur noch bei 3,4 Prozent oder rund 80 Millionen Euro. „Unsere Strategie geht auf, es sind keine Subventionsgräber in Adlershof ausgehoben worden“, sagt Wirtschaftssenator Wolf.

Ein Grund für die zunehmende Attraktivität des Standorts ist die leistungsfähige Infrastruktur für die Sprach- und Datenkommunikation. Um diese bereitstellen zu können, arbeitet die Betreibergesellschaft Wista-Management GmbH mit externen Dienstleistern wie zum Beispiel Siemens Enterprise Communications zusammen.

Das Unternehmen hat auf dem Gelände ein breitbandiges Netzwerk errichtet, in dem sowohl Sprache wie Daten gemeinsam übertragen werden und Anwendungen für Unified Communications zur Verfügung stehen. „Wir wollten ein Geschäftsmodell, bei dem unser Partner sowohl die Verantwortung für die technische Infrastruktur übernimmt, als auch den Unternehmen und Forschungseinrichtungen vor Ort hochwertige Kommunikationsdienste zu kundenfreundlichen Konditionen zur Verfügung stellt“, unterstreicht Hardy Rudolf Schmitz, Geschäftsführer der Wista-Management GmbH. Denn die Kernkompetenz der Betreibergesellschaft bestehe darin, gute Standortbedingungen zu schaffen.

Deshalb entschied man sich für ein Managed-Services-Konzept, das den Firmen auf dem Gelände maßgeschneiderte Sprach- und Datendienste „aus der Steckdose“ zur Verfügung stellt. „Die Mieter müssen sich dadurch kein eigenes Equipment anschaffen, leasen oder mieten, das häufig überdimensioniert ist oder bei einem raschen Wachstum nicht mehr ausreicht“, erläutert Kundenmanager Rainhard Zübner-Baake von Siemens Enterprise Communications. In einem vertraglich vereinbarten Rahmen, der auf Wunsch auch sehr kurze Kündigungsfristen vorsieht, kann so die Anzahl der Endgeräte je nach betrieblichen Erfordernissen erhöht oder reduziert werden – bezahlt werden müssen dann nur die Leistungen, die tatsächlich in Anspruch genommen werden.

Fazit

Auch 2008 bleibt der Wissenschafts- und Technologiepark in Berlin-Adlershof auf Wachstumskurs. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Hardy Rudolf Schmitz. Da die Kapazitäten nahezu ausgebucht sind, sollen noch in diesem Jahr vier weitere Technologiezentren auf dem Gelände gebaut werden. ?

 

Eine moderne Infrastruktur ist die Basis für besseren Service

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