Von Open Data zu Big Data – Grenzenloses eGovernment

Impulse für ein gemeinsames Vorgehen auf europäischer Ebene

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Westerfeld verweist aber auch auf folgenden Punkt: „Eine strukturierte Bereitstellung offener Daten ist ein ergänzender Schritt. Bei der Bereitstellung von Daten sollte allerdings geprüft werden, in welchem Umfang eine Nachfrage besteht. Vor allem die Aufbereitung von Daten kostet Steuergelder, denen ein Nutzen seitens der Bürger gegenüberstehen muss. Dieser Aspekt sollte von Bund und Ländern in der Diskussion berücksichtigt werden.“

Westerfelds bayerischer Kollege, der CIO des Freistaats Franz Josef Pschierer, ergänzt dazu: „Für uns ist ganz klar: Open Government ist mehr als Open Data. In Bayern stellen die meisten Ressorts ihre Daten daher für alle interessierten Nutzer frei zur Verfügung – ganz im Sinne der heutigen Transparenzdiskussion. Der Transparenzgedanke steht auch bei Open Government im Mittelpunkt. Wir wollen die Verwaltungsabläufe so transparent und einfach wie möglich gestalten, um die Teilhabe der Bürger weiter zu verbessern. Auch Bayern arbeitet daran, weitere Verwaltungsprozesse digital umzusetzen. Der Beschluss des Kabinetts zum eGovernment-Gesetz ist dabei ein wichtiger Schritt.“

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Der Bremer Staatsrat Hans-Henning Lühr, in der Hansestadt unter anderem auch für eGovernment zuständig, ergänzt: „Die Freie Hansestadt Bremen hatte sich bereits 2006 eine IT-Strategie gegeben, in der das Leitbild von OPEN Government formuliert wurde. Online, Partizipativ und transparent, Effizient und iNtegriert: so lautete die Übersetzung des Akronyms damals.“

Im Kern habe man an dieser Strategie bis heute festgehalten – im Licht der Entwicklung von Web 2.0 einzelne Bereiche teilweise aber neu definiert.

„Heute geht es uns darum, die schon in der Verwaltung vorhandenen Daten möglichst einfach zugänglich zu veröffentlichen. Seit Beginn unseres App4Bremen-Wettbewerbes vor einem Jahr haben wir mehr als 100 Datensätze online gestellt. Damit wird eine neue Aufgabenteilung möglich: App-Entwickler bauen die verschiedensten Anwendungen, die nun in Bremen von den Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden. Die Verwaltung profitiert dabei von der Flexibilität der Anwendungen und den dafür gesparten Entwicklungskosten. Unsere Erfahrungen bringen wir auch in die Bund-Länder-Arbeitsgruppe ein, die sich zur Zeit mit der länderübergreifenden Koordination von Open-Data-Angeboten beschäftigt“, beschreibt Lührs den Stand der Dinge in der Hansestadt.

Auch Dr. Hanno Thewes, CIO des Saarlands, unterstreicht die Bedeutung von Open Government, wenn er betont: „Der IT-Planungsrat hat bei Open Government die richtige Richtung vorgegeben: Am ebenenübergreifenden Open-Government-Portal, können sich Länder und Kommunen orientieren. Dieses gemeinsame Koordinierungsprojekt von Bund und Baden-Württemberg bietet die Chance, dass alle staatlichen Ebenen ihre Daten mit vertretbarem Aufwand einstellen können. Dem Bürger wird dadurch ein breites Spektrum an öffentlichen Informationen eröffnet. Das kann die Bekanntheit und die Akzeptanz von eGovernment-Anwendungen insgesamt erhöhen.“

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