Smart Home, Öffentlicher Sektor & Drohnen

Im Zeichen der Transformation

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Alles sicher?

Dem Thema Security kommt in Zeiten von Digitalisierung und IoT eine immer höhere Bedeutung zu. Deshalb sind Security-Lösungen in sämtlichen Ausprägungen auf der Cebit omnipräsent. Ein Schmankerl hält IBM bereit (Halle 2, Stand A10). Der Hersteller gewährt Einblick in eine Sicherheits-Schaltzentrale. Dieses bettet der Hersteller auf der Messe in eine Virtual-Reality-Umgebung ein. Dabei ist die digitale Trutzburg mit kognitiven Security-Lösungen ausgestattet, die Interessierten zeigt, wie nachgestellte Cyber-Attacken in nahezu Echtzeit identifiziert und bekämpft werden. Unter dem Namen „Watson for Cyber Security“ schaffen es die Systeme, wie Angreifer zu denken und dadurch Gefahren frühzeitig zu erkennen und zu entschärfen. Etwa 40 Kunden, so der Hersteller, arbeiten bereits mit Watson. Der Vorteil: Watson versteht die natürliche Sprache und kann sich so mit Mitarbeitern austauschen.

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Einen Einblick der anderen Art verschafft Ex-Geheimdienst-Mitarbeiter und Whistleblower Edward Snowden den Besuchern in einem Videochat im Rahmen der Global Conferences. In seinem Vortrag wird es um staatliche Internet-Überwachung gehen, die eine globale Gefahr darstelle. Besonders interessant: Zuhörer können ihre Fragen im Vorfeld einreichen.

Ergänzendes zum Thema
Autonomes Busfahren

Kaum ein aktuelles Technikthema fasziniert die Menschen so, wie die Aussicht, in naher Zukunft das Steuer des eigenen Fahrzeugs einigen Sensoren, Aktoren und Chips zu überlassen. Wer schon jetzt erleben möchte, wie es sich anfühlt, die teils lieb gewonnene, teils lästige Verantwortung des Selbstfahrens an eine Maschine zu delegieren, hat auf der Cebit 2017 in Hannover eine der bis dato seltenen Gelegenheiten, dies buchstäblich am eigenen Leib zu erfahren. Zwei von der Schweizerischen Post zur Verfügung gestellte autonome Shuttle-Busse, die derzeit im Rahmen eines Pilotprojekts im öffentlichen Nahverkehr getestet werden, chauffieren jeweils bis zu elf Messegäste vom Eingang West 1 quer durch die Halle 13 zur Halle 12. Zur Sicherheit ist aber noch eine Begleitperson an Bord, die das Fahrzeug im Notfall stoppen kann.

Endgültig den Garaus macht HSM (Halle 6, Stand H35) alten Daten auf Festplatten, Magnetbändern und Co. Zur eindrucksvollen Demonstration des Zerstörungswillens bringt der Anbieter drei Schredder mit auf die Messe. Das Vollstahl-Schneidwerk frisst sich dort sogar durch USB-Sticks und Mobiltelefone. Die geschredderten Teile verwendet der Anbieter dann gleich als Wertstoff weiter.

Zum Security-Konzept von Rechenzentren gehört auch der Brandschutz. Technische Defekte und die Abwärme von IT-Racks sowie die hohe Energiedichte der Bauteile erhöhen dort das Brandrisiko. Damit es nicht so weit kommt, zeigt die Wagner Group (Halle 12, Stand E88) eine entsprechende Lösung, die auf die Bedürfnisse von Rechenzentren zugeschnitten ist. So kann mithilfe einer OxyReduct-Brandvermeidungsanlage der Sauerstoffgehalt auf ein Niveau abgesenkt werden, das einerseits das Entstehen von Bränden erschwert, die Begehbarkeit des Bereichs durch Personal aber noch uneingeschränkt zulässt.

Speziell kleine und mittlere Unternehmen adressiert Rohde & Schwarz (Halle 6, Stand J16) mit seinen Security-Produkten. Die Firewalls der Unified Line helfen kleinen Unternehmen, ihre Office-IT auf einfachem Weg gegen Bedrohungen aus dem Netz zu schützen. Die All-in-One-Lösungen bieten alle für den Office-Bereich erforderlichen Funktionen, wie Antivirus, Antispam und Webfilter. Zudem stellen die neuesten Versionen der Unified Line durch Whitelisting sicher, dass Netzwerke nur über autorisierte Protokolle mit definierten Befehlen angesteuert werden können.

Ergänzendes zum Thema
Das Haunted House von Sophos

> Sophos (Halle 5, Stand F18) startet eine interaktive Studie rund um Hacking- und Cyber-Gefahren im Umfeld des „Internet der Dinge“ (IoT). In einem Smart-Home-Modellhaus werden handelsübliche Steuerungssysteme und IoT-Komponenten, beispielsweise für Licht, Heizung, Alarmanlagen oder Überwachungskameras, installiert, die über das Internet steuerbar sind. Während der Studie werden die Manipula­tionsversuche durch Hacker und Cyberkriminelle, die einzelne Komponenten im Haus zu übernehmen versuchen, überwacht und sichtbar gemacht. Die Ergebnisse sollen Aufschluss über die Qualität, Quantität und Aggressivität von Angreifern sowie mögliche physische und personelle Gefahren geben. Michael Veit, Security-Spezialist bei ­Sophos: „Wir gehen davon aus, dass ein ganzes Haus mit unterschiedlichsten Smart-Komponenten sehr schnell und häufig angegriffen wird.“

Der Öffentliche Sektor

Auch vor dem Öffentlichen Sektor macht die Digitale Transformation nicht Halt: Ab 2020 sind die Bundesbehörden zur elektronischen Ablage ihrer Akten verpflichtet, und der Bürger soll mit wenigen Klicks im Internet die Angebote nutzen können. Im Public Sector Parc, Halle 7 werden Konzepte und Anwendungen präsentiert. Eine breite Palette davon ist am Gemeinschaftsstand des IT-Planungsrats zu sehen. Beispiele: Das Servicekonto Baden-Württemberg zur sicheren Speicherung und Verwaltung digitaler Identitäten, das Haushaltsmanagement-System Hamasys aus Thüringen zur Planung, Abrechnung und Kontrolle von Rechnungssystemen, die Maerker-App aus Brandenburg, mit der Bürger ihrer Kommune Missstände und Störungen per Smartphone melden können, oder die Initiative der Hochschule Hannover, die ihren Studiengang Verwaltungsinformatik vorstellt.

SAP (Halle 4) beschäftigt sich ebenfalls mit der Digitalisierung der Geschäftsprozesse seiner Kunden und hat beispielsweise ein Schnellstartprogramm namens Leonardo angekündigt. Das Programm soll Kunden helfen, in die neue Welt intelligenter Geräte einzusteigen, Personen und Prozesse zu verknüpfen und einen klaren Geschäftsnutzen zu realisieren. Auch vor Machine Learning macht SAP nicht halt. Die Technologie namens SAP Clea ist sowohl in die Cloud-Plattform als auch in Apps eingebettet. Im Lauf der Woche gibt es außerdem am Stand ein thematisch breit gefächertes Vortragsprogramm (http://events.sap.com/de/cebit/de/expertforum).

Wie schnell und unkompliziert die Digitalisierung die Gründung neuer Unternehmen und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle macht, zeigen mehr als 400 junge Unternehmen aus 40 Ländern bei „Scale 11“, der Startup-Plattform der Cebit. Zahlreiche etablierte Konzerne wie zum Beispiel die Deutsche Bahn, Volkswagen und Mastercard engagieren sich hier mit ihren Startup-Aktivitäten. In Halle 11 sollen zudem neue Trends aufgegriffen werden. So wird es Konferenzen zu digitalen Anwendungen oder den Chancen der Blockchain-Technologie geben, die zahlreiche, neue Geschäftsmodelle für Startups ermöglichen.

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Über den Autor

 Sylvia Lösel

Sylvia Lösel

Chefredakteurin IT-BUSINESS, Vogel IT-Medien