eLearning

Im virtuellen Operationssaal für den Patienten üben

| Autor / Redakteur: Jürgen Sprenzinger / Manfred Klein

eLearning erobert die Medizinausbildung
eLearning erobert die Medizinausbildung (Bild: momius - Fotolia.jpg)

Die Anforderungen an das Personal im Gesundheitswesen wachsen ständig – und damit auch die zwingende Notwendigkeit, Qualifizierungsmaßnahmen durchzuführen. Neue Lernmethoden wie eLearning und webbasiertes Lernen eröffnen hier völlig neue Möglichkeiten und Chancen.

Wie lernt man Medizin? Wie wird man eine gute Ärztin oder ein guter Arzt? Es ist nicht damit getan, lediglich Wissen aus Büchern zu sammeln – dies allein dürfte kaum von Erfolg gekrönt sein. Praxisnahes und patientenorientiertes Lernen ist angesagt. Die medizinische Fakultät der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen ist auf diesem Gebiet einer der Vorreiter und arbeitet nach der Devise: „Man erkennt nur, was man erkennt“ – und setzt dafür „emedia skills lab“, ein interdisziplinär angelegtes Projekt zur Erstellung und Verbreitung von eLearning-Modulen (eModule), ein.

Dabei stellen didaktisch aufbereitete Videos das zentrale Element der eModule dar, die je nach Komplexität des Themas durch Texte, Fotos, anatomische Grafiken oder interaktive Animationen und Patientenbefunde aus bildgebenden Verfahren ergänzt sind.

Auf diese Weise werden der diagnostische Blick des Lernenden geschult und differentialdiagnostisches Denken gefördert. Mediengestütztes Lernen bietet also auch in diesem Bereich eine Reihe von Möglichkeiten.

Gewachsene Strukturen

Historisch gewachsene und bereits lange etablierte Strukturen stellen eine Basis im Gesundheitswesen dar. Es ist einer Doppelführung unterworfen – Verwaltung und leitende Ärzte bestimmen die inhaltlichen Abläufe.

Dieser Umstand vergrößert die Herausforderung, die bestehenden Lehrmethoden zu verändern. Wenn also ein eLearning-System eingeführt werden soll, sollte man im Vorfeld prüfen, ob die Organisation grundsätzlich bereit ist, sich überhaupt auf eine neue Form des Lernens einzulassen.

Dabei wirft sich aber auch folgender Fragenkomplex auf: Sind die Mitarbeiter im Umgang mit der IT und der notwendigen Software technisch versiert genug? Sind die Mitarbeiter bereit, sich auf das virtuelle Lernen einzulassen? Eignen sich die Themen, die geschult werden sollen, grundsätzlich für die virtuelle Weiterbildung?

Wenn diese organisatorischen Punkte geklärt sind, dann erst kann eine Aufwand-Nutzen-Analyse einen genauen Aufschluss darüber geben, wann und für welche Betriebsteile sich das eLearning auch betriebswirtschaftlich lohnt. Was die technische Umsetzung betrifft, müssen im Vorfeld zwei grundsätzliche Entscheidungen getroffen werden: Setzt man eigenständige eLearning-Systeme als Kaufversion oder als Modifikationen von Open-Source-Systemen ein?

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