Das Internet als wichtigste Quelle für Patienten

Im Notfall „Dr. Google“?

| Redakteur: Jürgen Sprenzinger

Das Internet stellt zwischenzeitlich über alle Altersgruppen hinweg die wichtigste Quelle für Gesundheitsthemen dar
Das Internet stellt zwischenzeitlich über alle Altersgruppen hinweg die wichtigste Quelle für Gesundheitsthemen dar (Bild: Archiv)

Dr. Google ist immer mehr gefragt: Auf der Suche nach Gesundheitsinformationen ist das Internet laut einer Studie der jameda GmbH inzwischen die wichtigste Quelle für Patienten. Das persönliche Gespräch mit dem Arzt steht dabei erst an zweiter Stelle – und dies gilt über alle Altersgruppen hinweg.

Wenn es um Gesundheitsthemen geht, informieren sich 86 Prozent der deutschen Internetnutzer online über Gesundheitsthemen. Nur 58 Prozent konsultieren hierzu direkt einen Arzt.

Dies sind die Ergebnisse einer online-repräsentativen Studie unter 1.000 Internetnutzern in Deutschland. Berücksichtigt wurden dabei Alter, Geschlecht und Region. Die Studie wurde im Auftrag von jameda, Deutschlands größter Arztempfehlung, im Februar 2014 durchgeführt.

Das Internet stellt dabei über alle Altersgruppen hinweg die wichtigste Quelle für Gesundheitsthemen dar. Zwar ist der Anteil der Gesundheitssurfer mit 89 Prozent in der Altersgruppe der 18- bis 39-Jährigen am höchsten, doch auch 77 Prozent der über 60-jährigen recherchieren Gesundheitsthemen im Netz. Somit stellt das Internet auch für die „Silver Surfer“ die Top-Quelle auf der Suche nach Gesundheitsinformationen dar. Fast jeder zweite Gesundheitssurfer (48 Prozent) gab an, sich mindestens einmal im Monat online über Gesundheitsthemen zu informieren.

Internet ist wichtigstes Medium bei der Arztsuche

Auch die Suche nach einem passenden Arzt findet vermehrt online statt. Dieser Tatsache

Arztbewertungsportale vereinfachen die Suche nach dem passenden Arzt ganz erheblich
Arztbewertungsportale vereinfachen die Suche nach dem passenden Arzt ganz erheblich (Bild:jameda GmbH)

kommt zugute, dass 89 Prozent der Befragten es hilfreich finden, Meinungen anderer Patienten über Ärzte zu lesen. Zwar steht mit 56 Prozent noch immer die persönliche Empfehlung an erster Stelle, doch gaben 42 Prozent der Befragten an, über Google und andere Suchmaschinen einen Arzt zu suchen. 31 Prozent gehen hierfür direkt auf ein Arztbewertungsportal. Mit lediglich sieben Prozent spielen gedruckte Branchenverzeichnisse hierbei fast keine Rolle mehr.

Die Kehrseite der Medaille

Fakt ist sicherlich, dass viele Menschen im Krankheitsfall Hilfe im Internet suchen – und dabei dem „virtuellen Arzt“ den Vorzug geben, das heißt, es wird oftmals versucht, aufgrund von Internetinformationen Selbstdiagnostik zu betreiben – oft sogar auch dann, wenn es um ernste Krankheiten geht. Unbestritten ist, dass das Internet zwischenzeitlich viele kompetente Informationen über Krankheiten oder deren Symptome liefern kann und sogar Therapien anbietet. Dennoch: Ein Arzt, der seinen Beruf über Jahre ausgeübt hat und damit über die entsprechende Erfahrung verfügt, ist im Ernstfall unentbehrlich und seiner Diagnose sollte gegenüber der Internet- oder Selbstdiagnose immer der Vorzug gegeben werden – ansonsten könnte aus einer einfachen Halsentzündung leicht ein Kehlkopfkrebs werden.

Übrigens: Das funktioniert durchaus auch umgekehrt ...

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