Brandenburg

Im Mittelpunkt steht der Wirtschaftsstandort

03.11.2009 | Redakteur: Manfred Klein

Im Innenministerium will man mit möglichst einfachen Prozessen die Wirtschaft entlasten
Im Innenministerium will man mit möglichst einfachen Prozessen die Wirtschaft entlasten

Ergebnisse der Prozesskettenstudie

Die beste Technologie nutzt jedoch wenig, wenn nicht auch die dahinter liegenden Verwaltungsprozesse optimiert werden. Und soll eGovernment einen Beitrag zur Standortförderung leisten, gilt das in besonderem Maße für die Prozessketten zwischen Wirtschaft und Verwaltung. Das weiß man auch in Potsdam.

Das Land hat daher am Potsdamer eGovernment Competence Center (IfG.CC) eine grundlegende Analyse der entsprechenden Prozesse in Auftrag gegeben. Grundlage der nun abgeschlossenen Arbeit war die QuickScan-Untersuchung aus dem Jahr 2006, in die 1.327 Gesetze und Rechtsverordnungen des Landes Brandenburg einbezogen wurden. Dabei wurden 148 Normen mit Informationspflichten identifiziert, die 316 Informationspflichten (IPF) enthalten. 64 dieser Informationspflichten weisen eine jährliche Häufigkeit von mehr als 100 auf. Auffällig war, dass es sehr viele spezifische Regelungen gibt, die nur für eine kleine Anzahl spezieller Unternehmen gelten.

Aus den 316 Informationspflichten wurden insgesamt zehn Informationspflichten ausgewählt, die in sogenannten Steckbriefen beschrieben wurden. Die Steckbriefe enthalten Informationen zum Adressaten der Informationspflicht, zu den beteiligten Akteuren, den rechtlichen Grundlagen, dem Verfahrensablauf und den Kosten.

Detailliert erhoben wurden dann die Prozessketten für folgende drei Informationspflichten:

  • Sondernutzung gemäß § 18 des Brandenburgischen Straßengesetzes,
  • Förderabgabe-Erklärung gemäß § 2 Verordnung über die Feldes- und Förderabgabe und ?
  • nzeige der Anwendung und Abgabe von Pflanzenschutzmitteln gemäß § 1 Brandenburgischer Pflanzenschutzsachkundeverordnung.?

Für diese priorisierten IPF wurden die Prozessketten zwischen den beteiligten Akteuren vor Ort erhoben, grafisch dargestellt und beschrieben. Die Prozessketten wurden in einer vom IfG.CC entwickelten grafischen Modellierungssprache abgebildet, die auf standardisierten und wieder verwendbaren Modulen basiert. Dadurch war es möglich, Verwaltungsprozesse in wiederkehrende Funktionen zu zerlegen, die sich dann auf einfache Weise visualisiert darstellen lassen. Dadurch wurde die Prozessdarstellung auch für jene Verwaltungsmitarbeiter intuitiv verständlich, die sich mit den Methoden der Prozessmodellierung nicht auskennen. Erst im Anschluss daran wurde die Beschreibungssprache BPMN (Business Process Modelling Notation) genutzt, die die softwaretechnischen Anforderungen einer IT-Umsetzung berücksichtigt.

Im Ergebnis wurde bei allen untersuchten Prozessketten festgestellt, dass die Durchlaufzeit eines Vorgangs – von der Antragsbearbeitung, über die Bearbeitung von Erklärungen oder die Anerkennung von Unterlagen – im Wesentlichen durch das Ausmaß von Transport- und Liegezeiten bestimmt wird.

So nimmt die eigentliche Bearbeitung von Unterlagen durchschnittlich nur etwa 20 Prozent der Gesamtdurchlaufzeit ein, sodass grundsätzliches Optimierungspotenzial in der Reduzierung von Transport- und Liegezeiten steckt.

In Brandenburg hat man daraus den Schluss gezogen, dass eine Optimierung der Prozessketten bei einer Verbesserung der Schnittstellen zwischen den beteiligten Akteuren ansetzen muss. Das aber wiederum heißt, dass die an einer Prozesskette Beteiligten effizienter einbezogen werden müssen.

Nächste Seite: Es muss nicht immer eGovernment sein

 

Aufbau der Prozesskettenstudie

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 2041599 / Projekte & Initiativen)