Interview mit Frank Steimke, Leiter KoSIT

„Im eGovernment zählen letztlich nur erfolgreiche Lösungen“

| Redakteur: Manfred Klein

Sie bereiten gerade die Version 2.0 des XÖV-Rahmenwerkes vor. Was ändert sich?

Steimke: Der XÖV-Standardisierungsrahmen soll sowohl bei den einzelnen Standardisierungsvorhaben wie auch für die Öffentliche Verwaltung einen konkreten Nutzen erzeugen. Eine zentrale Bedeutung erlangen daher die Methoden, Werkzeuge und Bausteine, die von der KoSIT zur Entwicklung von Standards bereitstellt werden. Wir haben die Rückmeldungen zur aktuellen Fassung des Rahmenwerkes aufmerksam verfolgt und gemerkt, dass es viel Optimierungspotenzial gibt.

Mit der Veröffentlichung von XÖV 2.0 werden wir den Grad der Wiederverwendung deutlich verbessern. Dies hilft dabei, Vorhaben effizient und in anerkannter technischer Qualität zu entwickeln. Gleichzeitig erlangen wir durch die häufige Wiederverwendung und die damit verbundene Harmonisierung der methodischen, technischen und semantischen Lösungsvielfalt eine tiefere fachübergreifende Interoperabilität.

Wie ist die KoSIT organisiert? Wer finanziert sie?

Steimke: Im Zuge der Umsetzung des neuen Artikel 91c des Grundgesetzes wurde die OSCI-Leitstelle in die KoSIT überführt. Der entsprechende Beschluss wurde bereits Ende 2009 gefasst. Die Abstimmung eines Konzeptes für die Errichtung der KoSIT mit dem Bund und den Ländern, in dem unsere Aufgaben und die Grundsätze der Steuerung und der Finanzierung beschrieben sind, hat Zeit beansprucht. Daher konnte die tatsächliche Gründung der KoSIT erst im April 2011 erfolgen.

Die KoSIT gehört zur Kernverwaltung der Senatorin für Finanzen in Bremen. Wir arbeiten nicht nur für den Planungsrat, sondern auch für andere Stellen der Öffentlichen Verwaltung. Zurzeit ist das die Innenverwaltung. Von beiden Stellen werden die in Bremen entstehenden Aufwände refinanziert.

Wie schafft es die KoSIT, ihr sehr breites Aufgabenspektrum abzudecken?

Steimke: Momentan arbeiten acht Personen in der KoSIT, außerdem arbeiten wir eng mit kompetenten Partnern aus der IT-Wirtschaft zusammen.

Natürlich reicht das nicht, um alle Bedürfnisse innerhalb der deutschen Verwaltung zu befriedigen. Auch im Bereich der Standardisierung muss priorisiert werden, um die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen. Die Standardisierungsagenda ist hierfür gut geeignet, weil die Priorisierung anhand offener und transparenter Kriterien erfolgt.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 42530709 / Projekte & Initiativen)