Nationaler IT-Gipfel in Dresden – Innenminister drückt aufs 115-Knöpfchen IKT-Standort Deutschland auf Platz 7: Experten suchen Weg zur Weltspitze

Redakteur: Gerald Viola

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière hat auf dem IT-Gipfel in Dresden die einheitliche Behördenrufnummer 115 gewählt und so den neuen Bürgerservice getestet. Mit dem Anruf schaltete der Bundesinnenminister gemeinsam mit dem sächsischen Staatsminister der Justiz und für Europa, Dr. Jürgen Martens, und der Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Dresden, Helma Orosz, die 115 in Dresden offiziell frei. Erstmals ist die einheitliche Behördenrufnummer mit den Städten Dresden und Magdeburg nun auch in den neuen Bundesländern erreichbar.

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Thomas de Maizière gibt die 115 für Dresden frei
Thomas de Maizière gibt die 115 für Dresden frei
( Archiv: Vogel Business Media )

Dr. Thomas de Maizière: „Mit Dresden und Magdeburg haben wir zwei Leuchttürme geschaffen, die für kompetenten Bürgerservice, moderne Verwaltung und den Abbau von Bürokratie stehen. Als Bürger Dresdens freue ich mich sehr, dass ich die 115 nicht mehr nur in Berlin, sondern nun auch an meinem Wohnort nutzen kann.“ Für die sächsische Staatsregierung sei das Projekt D115 ein zentraler Baustein für die erfolgreiche Verwaltungsmodernisierung.

Bei der Veranstaltung sorgten die Ergebnisse der Studie „Offen für die Zukunft – Offen in die Zukunft“ für lebhafte Diskussionen und für Zuversicht. Über eintausend internationale Experten wurden vom Münchner Kreis gemeinsam mit weiteren Projektpartnern vor dem IT-Gipfel zur zukünftigen Bedeutung der Digitalisierung für Wirtschaft und Gesellschaft befragt.

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Potenziele die Deutschland eine Vorreiter- und Spitzenposition ermöglichen

Große Chancen für Deutschland sehen die befragten Experten in der Verbindung von IKT und klassischen Anwendungsindustrien: eEnergy, eCommerce, eHealth, Embedded Systems, eMobility. In diesen Wachstumsmärkten habe Deutschland Potenziale, die eine Vorreiter- und Spitzenposition ermöglichen, vor allem in der Systemintegration und Standardisierung.

Gleiches gelte für die elektronische Vernetzung von Gegenständen des Alltags – dem Internet der Dinge. Es fehle in Deutschland allerdings noch zu oft an sogenannten hybriden Innovationen, die neue Ideen in Produkten und Dienstleistungen mit neuen Markt- und Geschäftsstrategien kombinieren und vorantreiben. Genau hierin sehen die Experten aber eine wichtige Voraussetzung für den internationalen Erfolg.

Deutschland liegt als Standort für die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) im Vergleich der Top 15 IKT-Nationen auch in diesem Jahr im Mittelfeld und belegt gemeinsam mit den Niederlanden den siebten Rang. Anders als im Vorjahr belegt Deutschland 2010 bei keinem der 24 analysierten Indikatoren einen ersten oder zweiten Platz. Bei fünf Indikatoren konnte Deutschland dagegen besser abschneiden als im Vorjahr, bei 14 Indikatoren hat sich Deutschland verschlechtert.

Das sind die zentralen Ergebnisse des „Monitoring-Report Deutschland Digital 2010“, die beim Nationalen IT-Gipfel vorgestellt wurde. „Eine Platzierung auf dem siebten Platz ist für mich nicht zufriedenstellend und Ansporn genug, hier mehr zu tun und unsere Stärken gezielt zu bündeln“, so Hans-Joachim Otto, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

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IKT-Strategie „Deutschland Digital 2015“: Ziel ist die Weltspitze

Im Rahmen eines Workshops zur IKT-Strategie „Deutschland Digital 2015“ erarbeiteten hochkarätige IKT-Experten Empfehlungen, die helfen sollen, Deutschland in einer möglichst großen Anzahl von Bereichen mit Spitzentechnologien an die Weltspitze zu bringen. Die wichtigsten Schlussfolgerungen aus Expertensicht sind:

  • Stärken in den Innovationsfeldern nutzen. Priorisiert nach den höchsten jährlichen Wachstumsraten sind dies: Cloud Computing mit 48 Prozent, Green IT mit 39 Prozent, IKT und Energie oder Smart Grids mit 21 Prozent, Verkehrstelematik mit 14 Prozent, IT-Sicherheit mit zehn Prozent und Embedded Systems mit neun Prozent.
  • Chancen ausbauen. Zügige Umsetzung der Breitbandstrategie der Bundesregierung bis zum Jahr 2014. Umgehender Start des Ausbaus digitaler Netze der nächsten Generation.
  • Top Standort-Nachteile beseitigen. Konzentration der Forschungsförderung auf die vielversprechenden Wachstumsfelder; Inventions-Innovationslücke schließen, um die Einführung von neuen Produkten in den Markt zu beschleunigen; Beseitigung von Nutzungsbarrieren, insbesondere Verbesserung der digitalen Kompetenzen; Anzahl IKT-basierter Unternehmensgründungen steigern; Exportaktivitäten, insbesondere der kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) unterstützen.
  • 4.Risiken minimieren. Gegen den strukturell bedingten Fachkräftemangel adäquate Qualifzierungs- und Zuwanderungspolitik; Vertrauen in die Netz- und Informationssicherheit durch geeignete gesetzgeberische Maßnahmen als Voraussetzung zur Entfaltung von IKT-Potenzialen schaffen.

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