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Viewpoint von IDC IDCs 3rd Platform: Wachstum und Innovation bis 2020

| Autor / Redakteur: Philip Carter, IDC / Katrin Hofmann

Wir bei IDC sind der Überzeugung, dass die IT-Branche sich mitten in einem Transformationsprozess befindet, der in dieser Form nur alle 20 bis 25 Jahre stattfindet. Die von uns „3rd Platform“ genannte Basis für Innovation und Wachstum in den nächsten Jahren basiert auf mobilen Endgeräten, Apps, Cloud-Services, mobilem Breitband, Big Data Analytics und Social-Media-Technologien.

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Diese Plattform baut zusammen mit verbundenen Technologien auf dem Mainframe als 1st Platform und der ab 1985 allgegenwärtigen Client/Server-Technologie als 2nd Platform auf, ohne diese allerdings zu ersetzen. IDC schätzt, dass zwischen 2013 und 2020 90 Prozent des IT-Marktwachstums durch Technologien der „Dritten Plattform“ getrieben werden. Diese Technologien, von IDC auch „Four Pillars“- oder auch vier Eckpfeiler, namentlich Cloud, Mobile, Big Data und Social Media - genannt, zeichnen heute noch für nur 22 Prozent der ICT-Ausgaben verantwortlich.

IDC schätzt, dass die Four Pillars einen tiefgreifenden Einfluss auf die Art und Weise der Software-Beschaffung und –Nutzung in den nächsten fünf Jahren haben werden. Unternehmen werden über unterschiedliche Delivery-Modelle wesentlich schneller von der Leistungsfähigkeit der IT profitieren, als es jetzt noch der Fall ist. In diesem Zusammenhang verschieben sich die Verantwortlichkeiten für IT-Ausgaben und -Beschaffung innerhalb der Unternehmen mehr und mehr hin zu neuen Funktionen (meist außerhalb der IT), mit dem Ziel die IT noch besser auf die eigenen Geschäftsbedürfnisse auszurichten.

Diese Transformation wird, ähnlich der Transformation auf die Client-/Server-Technologie, Gewinner und Verlierer unter den Anbietern hervorbringen. IDC-Analysen haben ergeben, dass Anbieter, die rechtzeitig in die oben beschriebenen Technologien der 3rd Platform und der Four Forces investiert haben, ein stärkeres Wachstum verzeichnen als solche, die diese Transformation bisher eher ignoriert haben. Zusätzlich geht es jetzt verstärkt darum, eine 3rd Platform Roadmap für Anwender bereitzustellen, um diese in die Lage zu versetzen, die verschiedenen Technologie-Transformationen bewältigen zu können.

In diesem Zusammenhang ist es klar, dass CTOs und Enterprise Architects die Software-Roadmaps der Anbieter genau unter die Lupe nehmen werden, wie diese mit den disruptiven Effekten von Cloud, Social, Mobile und Big Data umgehen werden.

Bei diesem Ansatz benötigen Anbieter notwendigerweise ein höheres Maß an Verständnis für das Geschäft ihrer Kunden genauso wie neue Go-To-Market-Ansätze, die sich mit den neuen Käufer außerhalb der IT-Abteilungen beschäftigen.

Aufgrund der neuen Ansprechpartner beim Kunden entwickeln sich die Anforderungen an den Software-Vertrieb in Richtung eines Team-Selling-Ansatzes. Zusätzlich müssen Sales-Boni unabhängig vom Delivery-Modell werden.

Das Leistungsvermögen bestehender Partner muss daraufhin neu überprüft werden, was zu schwierigen Diskussionen führen kann. Unternehmen müssen sich erneut sehr sorgsam damit beschäftigen, mit wem sie in Zukunft zusammenarbeiten wollen.

Letztendlich müssen Anbieter laut IDC jetzt die richtigen Investitionsentscheidungen treffen, um auf der richtigen, sprich erfolgreichen Seite der Transformation zur 3rd Platform zu stehen. Eine Herausforderung in diesem Zusammenhang ist das Managment von Margen-Erwartungen - sowohl intern als auch extern.

Als Folge dieser Investitionsentscheidungen werden einige Software-Anbieter Marktanteile gewinnen, andere verlieren. Für den europäischen Markt gehen wir davon aus, dass aufgrund dieser Markt-Disruption mindestens 10% der größten europäischen ISVs aus den Top 100 des "IDC European Software Tracker" heraufallen werden, um durch andere Anbieter ersetzt zu werden.

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