Vertraulichkeit und Transparenz bei eGovernment

Hybride Kommunikation soll digitale Spaltung verhindern

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Digitale Spaltung

Doch zeigen die Ergebnisse der Untersuchung, dass eines der entscheidenden Probleme, das die Nutzung von eGovernment und anderen Web-Angeboten behindert, nicht aus dem technisch-adminstrativen Bereich kommt, sondern aus dem sozialen.

Die Autoren beschreiben diesen Umstand so: „Der moderne Bürger sieht sich angesichts der zunehmenden Digitalisierung mit neuen Herausforderungen konfrontiert. So wird der Zugang zu IT-Techniken, Hardware wie Software, eine immer notwendigere Voraussetzung. Nur wer in der Lage ist, seinen Haushalt entsprechend auszurüsten, kann von den Vorteilen digitaler Kommunikation profitieren.“

Doch nicht jeder Bürger ist dazu auch in der Lage. Die daraus resultierende digitale Spaltung behindert nicht nur eGovernment, sondern auch jede Form der elektronischen Bürgerbeteiligung.

Dazu die Untersuchung: „Von der digitalen Spaltung scheinen in erster Linie ältere, sozial schwache oder bildungsferne Bevölkerungsgruppen betroffen zu sein: Menschen, die mit der Digitalisierung der Gesellschaft nicht mithalten können. Solche Gruppen sind durch die Umstellung auf die elektronische Abwicklung von Verwaltungsangelegenheiten benachteiligt, da sie die digitalen Kommunikationsmittel nicht anwenden können und so Gefahr laufen, Anforderungen, denen sie mithilfe traditioneller Kommunikationsformen genügen konnten, nun nicht mehr erfüllen zu können.“

Diese Einschätzung teilen die meisten der in der Untersuchung befragten Behördenvertreter. Nur sieben Prozent sehen in Bezug auf internetbasierende Kommunikation „keine Bedienungsprobleme“ aufseiten der Bürger, während 68 Prozent „grundsätzliche bis erhebliche Bedienungsprobleme“ prognostizieren. Auf die Frage, welche Bevölkerungsgruppen ihrer Meinung nach von den Bedienungsproblemen am stärksten betroffen seien, gaben 42 Prozent „ältere Menschen“ an.

21 Prozent der befragten Experten sehen auch die Gruppe der „technisch Nicht-Versierten“ in Gefahr, den Anschluss zu verlieren. 11 Prozent nennen Angehörige der sogenannten bildungsfernen Schichten. Hinzu kommen Menschen mit Migrationshintergrund (5 Prozent), Einkommensschwache (4 Prozent) und Behinderte (3 Prozent). Auch bei diesen Bevölkerungsgruppen gehen die Experten davon aus, dass bei der Nutzung internetbasierender Kommunikationsmittel Bedienungsprobleme auftreten werden.

Der Aussage „Elektronische beziehungsweise internetbasierende Kommunikationsmittel werden bei der Kommunikation zwischen Bürger und Kommune oder Land mittelfristig die herkömmlichen Kommunikationsmittel (wie den Papierbrief) verdrängen“ stimmten 44 Prozent der Befragten zu. Rund 52 Prozent wollten der Aussage jedoch nur bedingt bis gar nicht zustimmen und sahen eine Koexistenz beider Kommunikationsformen voraus, welche die Kommunikation zwischen Bürger und Verwaltung über die nächsten Jahrzehnte hinweg prägen werde.

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