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Bombendrohung vor Social-Media-Experiment Horst Seehofer: Nach der Facebook-Party ist vor der Facebook-Party

| Redakteur: Gerald Viola

„Vorher gehe ich in die Staatskanzlei, da tue ich die Krawatte runter. Aber so was Anbiederisches mache ich nicht, wie es Kanzlerkandidaten schon getan haben, Bier aus der Flasche trinken.“ Vor seiner Facebook-Party in der Nobeldiskothek P1 war CSU-Chef Horst Seehofer ganz entspannt. Trotz einer Bombendrohung.

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Einlass zur Facebook-Party vor dem P1
Einlass zur Facebook-Party vor dem P1
(Foto: CSU-Online-Redaktion)

„Der Politische Aschermittwoch ist die traditionelle Form der Veranstaltung mit Bier und Blasmusik, das ist die neue Form“, sagte Finanzminister Markus Söder einer Presseagentur und anschließend seinem Chef und dem Social-Media-Experiment ab – genau wie Innenminister Joachim Herrmann, Fraktionschef Georg Schmitt, Umweltminister Marcel Huber und Familienministerin Christine Haderthauer: anderweitige Verpflichtungen.

Und Seehofer beteuerte noch vor der Veranstaltung: Ihm gehe es darum, sich unter das Volk zu mischen. Und: „Die nächste Party wird es geben!“ Die erste hat immerhin die Anzahl seiner Facebook-Fans auf über 10.000 gesteigert. Die Bundeskanzlerin hat übrigens mehr als 155.000, sein Gegenspieler Christian Ude nur 3.200.

Rund 2.500 Seehofer-Fans waren für heute offiziell angesagt, dann hatte die CSU die Gästeliste eingefroren. Die Folge: Heftige Proteste und am Abend sogar eine Bombendrohung.

Aus Sicherheitsgründen hatte die CSU bereits vorher neue Regeln für die Gäste aufgestellt:

„Wer sich vor dem Schließen der Gästeliste am Freitagi um 18.50 Uhr angemeldet hat, steht mit seinem Facebook-Profil auf der Gästeliste und kann in den Party-Bereich reinkommen. Bitte denkt daran, dass nur reinkommt, wer sich rechtzeitig angemeldet hat. Für Freunde, die ihr mitbringen wollt, können wir den Einlass nicht garantieren. Das wäre unfair denen gegenüber, die sich rechtzeitig angelmeldet haben. Zum Nachweis, dass ihr auf der Gästeliste steht, braucht Ihr nichts auszudrucken und mitzubringen. Wenn Ihr Euch nicht sicher seid, ob Ihr auf unserer Gästeliste steht, könnt Ihr uns eine Anfrage an folgende Emailadresse senden: fan@csu-bayern.de!

Einlass ist ab 18 Jahren. Deshalb bitte unbedingt den Personalausweis mit dabei haben. Den Personalausweis braucht ihr zwingend. Es erfolgt am Einlass ein Sicherheitscheck wie bei jeder größeren Veranstaltung. Bitte keine Gepäckstücke, Taschen, Schirme oder Rücksäcke mitbringen! Ihr könnt Euch an 10 Schaltern akkreditieren, die alphabetisch nach Anfangsbuchstabe des Profilnamens aufgeteilt sind. Bitte denkt daran, dass es keine Parkplätze vor Ort gibt! Nutzt deshalb bitte öffentliche Verkehrsmittel! Wir freuen uns, Euch heute Abend zu sehen!“

Bis kurz vor 21 Uhr meldeten übrigens Besucher per Twitter nur drei Besonderheiten:

  • Seehofer war noch nicht aufgetaucht,
  • die Piraten hatten vor dem Partygelände einen Infostand aufgebaut und
  • CSU-Mitgliedsanträge wurden auf Bierdeckeln verteilt.

Und ein bißchen Spott gab''s auch: „Das Problem: Auf zehn Gäste kommt gefühlt ein Kamerateam.“ Und: „Stell dir vor die CSU macht Facebookparty und nur 10% gehen hin? Naja wird vielleicht noch.“

Kurz nach 21 Uhr kam der Gastgeber, erfreute sich an der „Horst-Hymne“ (einem umgedichteten Remix des Disco-Hits „Barbara Streisand“) und sagte: „Ich bin zufrieden.“

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