Darf es etwas mehr sein, Herr Doktor?

Honorar-Erhöhung: Kassenärzte erhalten etwa 800 Millionen Euro mehr

| Redakteur: Jürgen Sprenzinger

Das Vergütungssystem für Ärzte ist kompliziert und die Honorare müssen jedes Jahr neu verhandelt werden
Das Vergütungssystem für Ärzte ist kompliziert und die Honorare müssen jedes Jahr neu verhandelt werden (Bild: frei)

Bei den Honorarverhandlungen für die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten haben Kassen und Ärztevertreter eine überraschend schnelle Einigung erzielt. Es wird demnach ein Honorarplus von etwa 800 Millionen Euro für das Jahr 2015 geben.

Obwohl die Positionen von KBV und dem Spitzenverband der GKV zunächst noch weit auseinandergelegen hatten, dauerte die zweite Runde nur rund eine halbe Stunde. Eine erste Verhandlungsrunde vor einer Woche hatte kein Ergebnis gebracht.

132 Millionen Euro der Gesamtsumme entfallen nun demnach auf die Erhöhung der Pauschalen für die fachärztliche Grundversorgung. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Förderung im hausärztlichen Bereich gelegt. 132 Millionen Euro sind insbesondere für die Finanzierung von Leistungen qualifizierter nichtärztlicher Praxisassistenten und vor allem für Hausbesuche vorgesehen.

Das Vergütungssystem für Ärzte ist kompliziert

GKV-Chefin Doris Pfeiffer sagte nach der Einigung, sie freue sich, „dass es neben der allgemeinen Honorarerhöhung eine Förderung der für viele kranke Menschen so wichtigen Hausbesuche gebe“. KBV-Chef Andreas Gassen betonte, dass die Einigung diesmal ohne Schiedsspruch erreicht worden sei. „Wir begrüßen es, dass wir als gemeinsame Selbstverwaltung eine Lösung gefunden haben.“

Die KBV verhandelt für rund 150.000 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten. Das Vergütungssystem für Ärzte ist kompliziert und die Honorare müssen jedes Jahr neu verhandelt werden.

Dieser Umstand sorgt immer wieder für Streit zwischen den Kassenverbänden und den Vertretern der Mediziner. Im Kern geht es darum, wie viel Geld die gesetzlichen Krankenkassen im jeweils neuen Jahr für die ambulante Versorgung bereitstellen werden.

Bundesweite Basis:„Der Orientierungswert“

Bundesweite Basis für die Vergütung ärztlicher Leistungen ist der sogenannte Orientierungswert, der unter anderem die Kostenentwicklung in den Praxen wie steigende Personalausgaben berücksichtigt. Außerdem wird darüber verhandelt, wie viel Geld wegen des steigenden Behandlungsbedarfs der Versicherten zusätzlich nötig ist. Auf regionaler Ebene können die Ärzte mit den Kassen dann auch noch über weitere Zuschläge verhandeln.

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