Hybrides Arbeiten Homeoffice wird zur Voraussetzung für neue Mitarbeiter

Autor Heidi Schuster

Eine Umfrage von Citrix legt nahe, dass ohne dauerhaftes flexibles Arbeiten Arbeitskräfte verloren gehen. Mehr als die Hälfte der befragten Arbeitnehmer fordern sogar ein Recht auf Homeoffice sowie flexibles Arbeiten.

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Die Corona-Pandemie verändert die Arbeitswelt.
Die Corona-Pandemie verändert die Arbeitswelt.
(Bild: daniilvolkov - stock.adobe.com)

Es sieht immer mehr so aus, als müssten Unternehmen flexible Arbeitsplatzmodelle anbieten, um ihre Mitarbeiter zu binden und um neue zu gewinnen. Ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen Rückzug von Büroangestellten ins heimische Büro zeigt: Nur wenige wollen dauerhaft zurück ins Unternehmens-Büro.

So zeigt auch eine Citrix-Umfrage, dass flexibles Arbeiten auf dem Vormarsch ist. 71 Prozent der befragten Deutschen sind überzeugt davon, dass Homeoffice und flexible Arbeitsmodelle auch nach der Pandemie häufiger vorkommen werden. Arbeiten von zu Hause und flexible Arbeitsoptionen werden zudem entscheidend sein, um Arbeitnehmer zu gewinnen und an Unternehmen zu binden. So sind 50 Prozent der Befragten der Meinung, dass Unternehmen nicht attraktiv für Arbeitnehmer sind, wenn sie keine flexiblen Arbeitsoptionen anbieten. 46 Prozent geben an, dass sie bei einem Jobwechsel nur eine Stelle annehmen würden, die Arbeiten von zu Hause oder flexible Optionen bietet. Mehr als die Hälfte (51 %) der Befragten wünscht sich ein gesetzlich verankertes Recht auf Homeoffice und Remote-Arbeit.

Flexibles Arbeiten verbessert Arbeits- und Privatleben

Erstaunlicherweise ist weniger als ein Fünftel (19 %) der Befragten der Meinung, dass sich die Pandemie negativ auf ihr Arbeitsleben und ihre Karriere ausgewirkt hat. 26 Prozent würden sogar sagen, dass sie im Hinblick auf Zeitmanagement, Flexibilität und Gesamtleistung positive Auswirkungen hatte. Darüber hinaus meint mehr als ein Drittel (36 %), dass ihr Privatleben positiv beeinflusst wurde. Der Wegfall des Pendelns habe ihnen die Möglichkeit gegeben, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen (14 %), sich einem Hobby zu widmen (11 %) oder einfach mehr Schlaf zu bekommen (14 %).

Im Ergebnis favorisiert rund die Hälfte (48 %) der Befragten nach der Pandemie ein hybrides Modell, bei dem sie sowohl im Büro als auch aus der Ferne arbeiten können. Nur 15 Prozent wollen ins Büro zurückkehren und jeden Tag von dort arbeiten.

(Zu) Produktiv im Homeoffice

Viele Unternehmen haben vor der Pandemie weder mobiles Arbeiten noch Homeoffice angeboten, weil sie befürchteten, dass Mitarbeiter weniger als im Büro arbeiten würden. Die Studie zeigt jedoch, dass mehr als drei Viertel (77 %) der Befragten mindestens genauso lange arbeiten, wobei es bei 34 Prozent sogar länger als im Büro ist.

Ungeachtet der praktischen Vorteile, die viele Menschen in Homeoffice und flexiblem Arbeiten sehen, hatten 40 Prozent der Befragten das Gefühl, dass sich ihre psychische Gesundheit in den vergangenen zwölf Monaten verschlechtert hat. 88 Prozent der Befragten halten daher eine Unternehmenskultur für wichtig, die das psychische und/oder physische Wohlbefinden fördert. Entsprechend sollten Unternehmen ihre Unternehmenskultur überdenken, um ihren Mitarbeitern langfristig produktives Arbeiten zu ermöglichen. So gaben in Deutschland beispielsweise nur 36 Prozent an, sich vom Vorgesetzten bei der Balance zwischen Arbeits- und Privatleben unterstützt zu fühlen.

„Trotz aller Herausforderungen, die die Pandemie mit sich bringt, berichten Büroangestellte von Verbesserungen in ihrem Privatleben und ihrer Karriere durch das Arbeiten von Zuhause“, sagt Oliver Ebel, Area Vice President Central Europe bei Citrix. „Wenn die Menschen selbst unter diesen widrigen Umständen einen Silberstreif am Horizont sehen, ist das eine Chance, die Arbeitswelt nach der Pandemie positiv weiterzuentwickeln. Das Ergebnis wird eine neue Generation zufriedenerer Mitarbeiter sein, die ihrem Unternehmen länger treu bleiben, weil sie die Wahl haben, dort zu arbeiten, wo es für sie am besten ist.“

Der Trend geht zum hybriden Arbeiten

„2020 haben die meisten Unternehmen nur überlebt statt zu wachsen“, so Ebel weiter. „2021 sollten sie den Blick von der rein operativen Seite des Geschäfts lösen und mehr Zeit und Ressourcen darauf verwenden, ihre Werte in einer Welt nach der Pandemie zu definieren – mit einer hybrid arbeitenden Belegschaft, die von ihrem Arbeitgeber unterstützt und eingebunden werden möchte. Die Unternehmenskultur ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal, wenn es darum geht, Arbeitnehmer zu gewinnen und zu binden. Daher ist es wichtig, dass Unternehmen diesen Aspekt priorisieren. Nur so können sie sicherstellen, dass sie zukunftsfähig sind.“

Details zur Umfrage

Die Befragung wurde im Auftrag von Citrix vom Meinungsforschungsunternehmen OnePoll im Zeitraum vom 10. bis 23. Februar 2021 durchgeführt. Bezüglich ihren Erfahrungen zu einem Jahr Homeoffice wurden 3.750 Büro-Mitarbeiter in UK, Frankreich, Deutschland, Schweiz und den Niederlanden befragt. In Deutschland wurden dafür 1.000 Personen befragt. Die Büroangestellten wurden zu ihrer Unternehmenskultur, den Auswirkungen der Pandemie auf ihre Karriere und ihr Wohlbefinden sowie zu ihren Gefühlen in Bezug auf Homeoffice und Work-Life-Balance befragt.

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