Professionelles Management des geistigen Eigentums als neue Geschäftswährung wird wichtiger Hilft das Web 2.0 bei den Intellectual-Property-Prozessen?

Autor / Redakteur: Rüdiger Spies / Katrin Hofmann

Kürzlich wurde von Thomson IP Management Services die Version 3.0 des Thomson IP Managers angekündigt. Ein Schwerpunkt dieser Version liegt auf der Kollaboration. Das neue Produkt könnte Unternehmen mit einem entsprechend großen IP-Portfolio tatsächlich beim Management ihres geistigen Eigentums (Intellectual Property, IP) unterstützen.

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Rüdiger Spies, Independent Vice President Enterprise Applications, IDC
Rüdiger Spies, Independent Vice President Enterprise Applications, IDC
( Archiv: Vogel Business Media )

Dass geistiges Eigentum (IP steht für Intellectual Property) sich als neue Währung der Informationsgesellschaft etabliert hat, ist allgemein unumstritten. In vielen Branchen sind über 80 Prozent des Firmenwerts mit IP-Assets, also Warenzeichen, Patenten, Betriebsgeheimnissen, Lizenzvereinbarungen oder Urheberrechten, verknüpft. Damit hat sich, verglichen zu den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, in denen der Wert eines Unternehmens noch größtenteils an physischen Vermögenswerten wie Gebäuden, Fabriken, Transportmöglichkeiten und so weiter gemessen wurde, ein starker Wandel vollzogen. Und so hat sich auch das Thema IP-Management gewandelt: Es ist keine rein administrative Aufgabe der Rechtsabteilung mehr, sondern rückt immer mehr ins Rampenlicht und spielt eine zunehmend zentrale Rolle.

Mit steigender Innovationsgeschwindigkeit und immer höheren Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E), um die Innovationsrate weiter anzukurbeln – das gilt insbesondere für die Industrienationen – wird es auch immer wichtiger, die zugrunde liegenden Prozesse zu überwachen und zu optimieren. Große Hightech-Firmen wie IBM, Samsung, Infineon Technologies (IBM: 4186, Samsung: 3515, Infineon: 814 neu erteilte Patente in den USA im Jahre 2008) haben stark integrierte Geschäftsprozesse aufgesetzt, um die Zusammenarbeit innerhalb der gesamten, unternehmensinternen IP-Wertschöpfungskette zu verbessern.

Das ist allerdings keinesfalls überall so. In den meisten Firmen sind die Kommunikation, gemeinsame Strategien und die Abstimmung der Geschäftsprozesse zwischen den verschiedenen Interessensparteien des IP-Lifecycle innerhalb eines Unternehmens noch nicht sehr weit entwickelt.

Im Prinzip gleicht dies der Situation vor etwa 15 Jahren, als durch die neuen ERP-Systeme die Mauern zwischen den einzelnen Geschäftsbereichen niedergerissen wurden: Heute geht es um optimierte Geschäftsprozesse ohne monolithische Anwendungssysteme zur Optimierung der Einkünfte aus den getätigten F&E-Investitionen.

Warum Thomson offenbar den richtigen Zeitpunkt für den Launch der Version 3.0 des Thomson IP Managers erwischt hat und warum das Unternehmen auch mit dem Produkt selbst auf dem richtigen Weg ist, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

Optimierung interner Geschäftsprozesse steht an

Thomson scheint den richtigen Zeitpunkt erwischt zu haben, denn in allen Wirtschaftsbereichen ist man sich darüber im Klaren, dass die Geschäftsprozesse insgesamt optimiert werden müssen. So wie in den 1990-er Jahren die Produktions- und Beschaffungsprozesse und in den letzten zehn Jahren die Kundenbeziehungen optimiert wurden, steht nun eine weitere Optimierung der internen Geschäftsprozesse an, insbesondere kapitalintensiver Prozesse wie des Innovationsprozesses sowie der Zeitspanne zwischen der neuen Idee eines Mitarbeiters bis hin zu deren gewinnbringender Verwertung in neuen Produkten und Lizenzen.

Innovation setzt enge Zusammenarbeit voraus

Dieser „Innovation to Return”-Prozess ist zugegebenermaßen äußerst komplex. Solche hoch komplexen und sehr oft auch sehr individuellen Prozesse müssen mit guten Tools unterstützt werden, damit alle beteiligten Parteien, vom Erfinder im Labor über den Investitionsausschuss bis hin zur internen Rechtsabteilung, externen Beratern und Lizenzexperten – um nur einige zu nennen – eingebunden werden können. Will man verstehen, wie bei hunderten und oft auch tausenden von Schutzrechten der aktuelle Status einzelner Rechte ist, muss man den IP-Lifecycle aus ganzheitlicher Sicht betrachten. Sonst ist es nicht möglich, die IP-Strategie kontinuierlich mit der Unternehmensstrategie abzustimmen.

Und ein nahtloses IP-Lifecycle-Management erfordert natürlich ein hohes Maß an Zusammenarbeit. Die Zeiten, in denen die Rechtsabteilung sich alleine und unter rein rechtlichen Gesichtspunkten um Schutz- und Urheberrechte kümmern konnte, sind vorbei, denn eine optimale Unterstützung des Innovationsprozesses ist so nicht möglich. Prozesse müssen schneller, die Zeitspanne zwischen Erfindung und ihrer wirtschaftlichen Nutzung muss kürzer werden. Das erfordert sehr viel mehr Kommunikation und Zusammenarbeit. Die Grundlage dafür bildet ein integriertes IP-Framework.

Bereits beim ersten Blick auf die neue Version des Thomson IP Managers zeigt sich, dass Thomson einen guten Kompromiss zwischen der herkömmlichen Arbeitsweise und den modernen Collaboration-Anforderungen gefunden hat. Alle relevanten Arbeitsabläufe werden durch ein Organisations-Framework, Support für die Umsetzung entsprechender Strategien und Tools für den Workflow-Support unterstützt.

IDC empfiehlt Anwenderunternehmen, unbedingt eine intensivere Kooperation und Kollaboration bei den IP-Prozessen zu fördern. Unterstützende Tools adressieren die neuen Herausforderungen der Informationsgesellschaft und der Informationsökonomie. IDC erwartet, dass Thomson versuchen wird, andere Anbieter im Bereich Enterprise Applications zur Zusammenarbeit zu motivieren, um sein Angebot in andere Enterprise Application Frameworks zu integrieren.

Auf dem richtigen Weg

Insgesamt kann man sagen, dass die neue Version des Thomson-Produkts die Marktstellung des Anbieters im IP-Management-Sektor stärken wird. IP-Management über den gesamten IP-Lifecycle und die gesamte IP-Wertschöpfungskette hinweg wird immer wichtiger. Mehr und mehr Unternehmen werden ihren unstrukturierten Innovation-to-Return Prozess aufgeben und sich statt dessen für den Einsatz hoch entwickelter professioneller Tools entscheiden.

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