eGovernment-Initiative des BMI verlängert

Hilfen bei nPA und De-Mail: Behörden drängen auf Fortsetzung

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Die Initiative soll bis ins Frühjahr 2014 fortgeführt werden. Welche Ziele verfolgt das BMI mit der Fortschreibung?

Rogall-Grothe: Wir wollen die bundesweite Etablierung von De-Mail und dem neuen Personalausweis Verwaltungsebenen übergreifend im eGovernment mit drei Zielen und Arbeitsschwerpunkten weiter verfolgen: Erstens sollen Bund, Länder und Kommunen bei der Entwicklung von Anwendungen in Bereichen unterstützt werden, in denen es derzeit noch keine Anwendungen für De-Mail und den neuen Personalausweis gibt. Zudem soll die Entwicklung gänzlich neuer, innovativer Anwendungen angeregt werden. Zweitens sollen die Länder beim Aufbau zentraler Infrastrukturen für elektronische Identitäten unterstützt werden, wie sie zum Beispiel in Bayern und Rheinland-Pfalz erfolgreich eingesetzt werden. Und drittens ist es unser Ziel, noch bestehende Hürden in den Bereichen, Technik, Organisation und Recht weiter abzubauen.

Wird es für den Fortsetzungszeitraum konzeptionelle Anpassungen der Initiative geben?

Rogall-Grothe: Die Leitidee des ersten Jahres – „Einer-für-Alle“ – wird auch das zweite Jahr der Initiative prägen. Im Detail hat es jedoch mehrere konzeptionelle Anpassungen gegeben, die dem aktuellen Etablierungsgrad von De-Mail und dem neuen Personalausweis in der Verwaltung Rechnung tragen. So wollen wir gezielt neue Handlungsfelder besetzen und innovative Einsatzszenarien unterstützen. Zudem legen wir einen Schwerpunkt auf die Bereitstellung von Sachinformationen über die verschiedenen Möglichkeiten, zentrale Infrastrukturen für elektronische Identitäten in den Ländern aufzubauen.

Nicht zuletzt wollen wir, basierend auf den Erkenntnissen der ersten Phase der Initiative, weitere Hürden identifizieren und soweit möglich beseitigen. Im vergangenen Jahr haben wir beispielsweise neues Informationsmaterial über bestehende Anwendungen erstellt, das die Personalausweisbehörden bei der Beratung der Bürger verwenden können. In diesem Jahr werden wir unter anderem die Usability der AusweisApp verbessern und Anstrengungen unternehmen, den Zugang zu Kartenlesegeräten zu erleichtern.

Wie können sich Verwaltungen bewerben und welche Hilfen können sie im Erfolgsfall e­rwarten?

Rogall-Grothe: Für Behörden der Länder und der Kommunen wurde Anfang Mai ein Verfahren zur Interessensbekundung eröffnet, das am 15. Juli 2013 endet. Alle Informationen zu dem Verfahren stehen auf den Internetseiten www.personalausweis
portal.de und www.de-mail.de, ebenso das einzureichende Formular. Wir fragen darin nach dem geplanten Vorhaben und nach den gewünschten oder benötigten Unterstützungsleistungen. Diese können zum Beispiel in einer Beratung zum Projektmanagement, zu Prozessen oder zu technischen Details bestehen. Auch Kombinationen sind natürlich möglich.

Zudem bieten wir unterschiedliche Informationsveranstaltungen und Workshops an. Diese eng an dem jeweiligen konkreten Unterstützungsbedarf der Teilnehmer orientierten Hilfestellungen haben sich in der ersten Runde der Initiative bewährt und werden daher auch in der zweiten Runde zur Verfügung gestellt.

Welche Schlussfolgerungen z­iehen Sie aus dem bisherigen Verlauf der Initiative für künftige eGovernment-Projekte des B­undes?

Rogall-Grothe: Manche Vorhaben hätten es nach eigenem Bekunden ohne die eGovernment-Initiative des Bundesinnenministeriums nicht über die Ziellinie geschafft, andere hätten deutlich länger gebraucht. Wir haben mit der Initiative binnen eines Jahres nicht nur neue Anwendungen angestoßen, sondern auch vielfältiges, praxiserprobtes Wissen gesammelt und veröffentlicht.

Ich sehe in diesen Ergebnissen überzeugende Argumente für eine konsequent praxisnahe Konzeption derartiger Projekte. Die wichtigsten Schlussfolgerungen sind aber, dass es häufig vergleichsweise geringer – aber eben maßgeschneiderter – fachlicher Unterstützung bedarf, um den Implementierungsprojekten auf die Zielgerade zu verhelfen, und dass in den Behörden von Bund, Ländern und Kommunen mit großem Engagement an der Integration von De-Mail und neuem Personalausweis gearbeitet wird.

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