Bayern-CIO übernimmt Vorsitz des IT-Planungsrates

Hilfe für die eID-Funktion in Sicht?

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Wenn es dem IT-Planungsrat mit der Stärkung eines föderalen eGovernment ernst ist, dann müssen auch die Kommunen in den wichtigen Gremien mehr Gehör finden. Ist der Fachkongress dazu ein erster Schritt?

Pschierer: Mir ist es sehr wichtig, hier auch die Kommunen einzubinden. Unter den Ausstellern und Vortragenden befinden sich Vertreter aus den Kommunen, die ihre Vorschläge und Anliegen miteinbringen. Dazu gab es einen Aufruf zur Mitwirkung beim Fachkongress, der bereits gut angenommen wurde – auch von kommunaler Seite.

Auf der CeBIT nimmt der Freistaat Bayern erstmals an der Gemeinschaftsausstellung „eGovernment for you“ auf dem Public Sector Parc der CeBIT teil. Welche Themen wird Bayern dort präsentieren, und welche Ziele sollen damit erreicht werden?

Pschierer: Auf der CeBIT 2012 präsentierten Bund und einige Länder bereits erfolgreich ihre aktuellen eGovernment-Projekte in einem gemeinschaftlichen Sonderbereich, der mit Themeninseln die Fachbesucher informierte. Dieser Bereich beinhaltet auch eine integrierte „Speaker´s Corner“, die explizit für Vorträge der Aussteller dient.

Da Bayern in diesem Jahr den IT-Planungsrat-Vorsitz hat, haben wir uns gerne daran beteiligt. Besonders natürlich unser Projekt x-Trans-EU, das im vergangenen Jahr bereits die Kanzlerin begeisterte, die Vereinfachung des Umgangs mit der Steuererklärung durch Elster-Cloud und Projekte wie der Handelsregister­eintrag online, das Bürgerserviceportal oder der Bayern-Atlas geben einen Einblick in unseren digitalen Projektportfolio. Bayern ist bei der digitalen Erleichterung des täglichen Lebens auf einem guten Weg, was hier auch deutlich gezeigt wird.

Bayern ist auf der CeBIT nicht nur im Public Sector Parc vertreten, sondern auch in Halle 9 mit dem Bayern-Stand. Dort präsentiere ich zusammen mit der Firma Fujitsu das Digitale Bildungsnetz Bayern, eine Deutschland-weit einmalige, zukunftsweisende und hocheffiziente IT-Infrastruktur, die in Bayern den Betrieb schulischer IT-Systeme künftig wirtschaftlicher, zuverlässiger, flexibler und sicherer machen wird. Weiter wird die AKDB (Anstalt für kommunale Datenverarbeitung) das Bürgerserviceportal am Beispiel der Stadt Ingolstadt präsentieren.

Ministerpräsident Horst Seehofer hat die eAkte zur Chefsache gemacht. Was ist danach konkret passiert, und welche Aufgabe kommt dem CIO dabei zu?

Pschierer: Die Kommunikation zwischen Bürgern und Verwaltung, Unternehmen und Verwaltung, aber auch verwaltungsintern, hat sich in den letzten zehn Jahren drastisch geändert. Der Großteil der Korrespondenz – rund 80 Prozent – findet über eMail statt und viele Verwaltungsprozesse tauschen ihre Daten mittlerweile elektronisch aus. Daher muss auch die Aktenführung an diesen Fortschritt angepasst werden.

Ein Digitales Bayern 3.0, wie wir es uns für die nächsten Jahre als Programm vorgenommen haben, ist ohne die elektronische Akte nicht denkbar. Daher hat Ministerpräsident Seehofer dieses Thema zur Chefsache gemacht und das Ziel ausgegeben, bis Ende 2015 die papiergebundene Akte durch die elektronische Akte in der Staatskanzlei und allen Ressorts zu ersetzen.

Die gemachten Erfahrungen bei der Einführung der elektronischen Akte haben gezeigt, dass der Erfolg ganz wesentlich davon abhängt, ob das eingesetzte System innerhalb der Behörde von der Führungsspitze gewollt und unterstützt, von den Mitarbeitern akzeptiert sowie von der Organisationsstruktur auch „gelebt“ und damit umgesetzt wird. Zudem konnte festgestellt werden, dass nur wer selber zahlt, auch auf den Projekterfolg und die Umsetzungskosten achtet. Daher habe ich die zentrale Finanzierung eingestellt. Diese erfolgt zukünftig dezentral aus den jeweiligen Budgets der Ressorts. Mit dem Wechsel der Finanzierungsverantwortung ist auch die Umsetzungsverantwortung auf die Ressorts übergegangen.

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