Bayern-CIO übernimmt Vorsitz des IT-Planungsrates

Hilfe für die eID-Funktion in Sicht?

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Stichwort elektronische Identitäten: Sie haben immer gefordert, für den nPA müssten attraktive Anwendungen geschaffen werden. Ist vonseiten des IT-Planungsrates hier mit neuen Vorschlägen zu rechnen? Wie könnten diese aussehen?

Pschierer: Einer sicheren Identifizierung im Online-Geschäft kommt in der von Mobilität geprägten Informationsgesellschaft eine strategische Bedeutung zu. Vor dem Hintergrund des zunehmenden Identitätsmissbrauchs im Internet sind elektronische Identifizierungslösungen erforderlich, um die Verbraucher vor den Gefahren der Internet-Kriminalität zu schützen. Die Identifizierungsfunktion des neuen Personalausweises schließt hier eine seit langem offene Lücke.

Allerdings wird diese Funktion nicht in dem Umfang genutzt, wie man es sich erhofft hatte. Dies liegt einerseits an den noch fehlenden Anwendungen, andererseits aber auch daran, dass sich die Nutzung der eID-Funktion technisch umständlich gestaltet und noch nicht für mobile Endgeräte erschlossen ist.

Ich werde bereits auf der ersten Sitzung des IT-Planungsrats auf der CeBIT die Diskussion von Maßnahmen anstoßen, die hier Abhilfe schaffen. Wir werden uns in Hannover im Rahmen der eID-Strategie auch mit dem Konzept der sogenannten Bürgerkonten befassen, die den technischen Umgang mit der eID-Funktion sowohl für Nutzer als auch für Diensteanbieter erleichtern. Außerdem werde ich dort mit der nPA-Box eine Anwendung vorstellen, die es Bürgern erlaubt, Daten mithilfe des neuen Personalausweises sicher und mobil in einer Cloud zu speichern.

Was weitere Anwendung für den neuen Personalausweis betrifft, muss die Verwaltung eine Vorreiterrolle einnehmen. Das eGovernment-Gesetz wird hier weitere Möglichkeiten erschließen. Bei nicht einmal zwei Verwaltungskontakten eines Bürgers pro Jahr muss man aber auch realistisch bleiben und sehen, dass die Verwaltung alleine dem neuen Personalausweis nicht zum gewünschten Erfolg verhelfen kann. Wir sollten deshalb auch im Online-Geschäft Anreize für mehr eID-Anwendungen schaffen.

Welche Rolle soll bei den beschriebenen Aktivitäten der Fachkongress des IT-Planungs­rates spielen?

Pschierer: Der Fachkongress, der zum ersten Mal durchgeführt wird, ist ein Forum des IT-Planungsrates für die wichtigsten politischen und fach­lichen Themen zum IT-Einsatz in den Verwaltungen des Bundes, der Länder und der Kommunen. Er bietet Gelegenheit für strategische Diskussionen ebenso wie für den Austausch von Praxiserfahrungen.

Als wichtige Themen der ersten Veranstaltungen sind mir die Behörde „to go“, also das mobile Government sowie die Bürgerbeteiligung durch ePartizipation und Open Innovation und natürlich digitales Lernen und Leben wichtig. Besondere Aufmerksamkeit wird der Kongress in den Vorträgen und Diskussionsrunden auch den Themen elektronische Identitäten, föderale IT- und eGovernment-Infrastrukturen widmen und diese auch kritisch hinterfragen.

Neben den strategischen Grundpositionen soll auch aus laufenden Projekten und zu neuen Überlegungen – quasi aus der „Werkstatt des IT-Planungsrates“ – berichtet werden. Die Veranstaltung richtet sich in erster Linie an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Öffentlichen Verwaltungen, denen der IT-Planungsrat damit eine offene fachliche Diskussion ermöglicht.

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