Bayern-CIO übernimmt Vorsitz des IT-Planungsrates

Hilfe für die eID-Funktion in Sicht?

| Redakteur: Manfred Klein

Unter dem Vorsitz von Bayern-CIO Franz Josef Pschierer macht der IT-Planungsrat das Thema Identifizierungs- und Signaturverfahren zum Schwerpunkt
Unter dem Vorsitz von Bayern-CIO Franz Josef Pschierer macht der IT-Planungsrat das Thema Identifizierungs- und Signaturverfahren zum Schwerpunkt (Foto: Finanzministerium Bayern)

In diesem Jahr will sich der IT-Planungsrat besonders um die Entwicklung einer G­esamtstrategie für den Einsatz elektronischer Identitäts- und Signaturverfahren kümmern. Die Meinung der Kommunen zu eGovernment soll mehr Gewicht b­ekommen. Den Aufbau einer Good-Practice-Plattform nach EU-Vorbild will man e­ntschlossen angehen.

Und die Wirtschaft soll in die Entwicklung von eGovernment wieder einmal verstärkt eingebunden werden.

Ein volles Programm also. Mit dem diesjährigen Vorsitzenden des IT-Planungsrates, Bayern-CIO Franz Josef Pschierer, sprach eGovernment Computing über die Umsetzung.

Herr Pschierer, Sie haben in diese­m Jahr turnusmäßig den Vorsitz im IT-Planungsrat übernommen. Als wichtige Aufgaben des IT-Planungsrates haben Sie – neben der Förderung des föderalen eGovernment und dem Ausbau der IT-Infrastrukturen – die Themen Informationssicherheit, elektronische Identitäten und die Schaffung einer digitalen Agenda für Deutschland genannt. Welche Ziele wollen Sie in den genannten Themen erreichen, und welche Rolle wollen Sie und der Freistaat dabei übernehmen?

Pschierer: Ein Schwerpunkt des IT-Planungsrates für das Jahr 2013 wird die Entwicklung einer Gesamtstrategie für den Einsatz elektronischer Identifizierungs- und Signaturverfahren im eGovernment-Bereich sein, einen zweiten Schwerpunkt möchte ich bei der Verbesserung und Vereinheitlichung der Informationssicherheit setzen.

Auch den Aufbau einer Good-Practice-Plattform zur Vernetzung der eGovernment-Aktivitäten von Bund, Ländern und Kommunen möchte ich als IT-Beauftragter des Freistaates vorantreiben. Bayern wird auch im Rahmen seines Vorsitzes beim IT-Planungsrat intensiv mit Wirtschaftsvertretern, dem Normenkontrollrat und den Fachministerkonferenzen zusammenarbeiten. Erste Schritte sind hier bereits getan.

Kommen wir auf das Thema Informationssicherheit zurück. Der Bereich hat zwei Aspekte: IT-Sicherheit in den Behörden und die Sicherheit aufseiten der Anwender. Welche Rolle soll hier der Leitfaden zur Informationssicherheit in kleinen und mittleren Unternehmen übernehmen, den ihr Haus kürzlich veröffentlichte? Können solche Maßnahmen Vorbild für den IT-Planungsrat sein?

Pschierer: Die organisierte Kriminalität im Internet bedroht längst nicht mehr nur isoliert die Systeme von Bürger, Wirtschaft oder Verwaltung. Sie bedroht essenziell IT-Infrastrukturen und damit das Rückgrat unserer Informationsgesellschaft und richtet sich somit gegen das Gemeinwohl aller.

Die Wertschöpfungsketten der Informationsgesellschaft laufen entlang der elektronischen Geschäftsprozesse zwischen Bürgern, Wirtschaft und Verwaltung. Die Stärke dieser Ketten ist bestimmt durch ihr schwächstes Glied.

Der IT-Planungsrat muss deshalb die IT-Sicherheitslage insgesamt für Bürger, Wirtschaft und Verwaltung betrachten. Nur so können wir einen ausreichenden Schutz der für die Informationsgesellschaft notwendigen IT-Infrastrukturen gewährleisten und unsere Standortvorteile weiter ausbauen. Es macht wenig Sinn, wenn wir singulär nur die Netze der Verwaltung schützen.

Im globalen Wettbewerb um innovative Produkte und Dienstleistungen kommt es in einer zunehmend vernetzen Welt auch immer mehr auf den Schutz und die vertrauliche Übermittlung von Unternehmens­daten an. Der Schutz der betrieblichen IT-Systeme vor unberechtigten Zugriffen und Cyber-Angriffen ist deshalb eine wichtige Aufgabe des Mittelstands, für die ich mit dem von Ihnen erwähnten Leitfaden sensibilisieren und Hilfestellung geben möchte.

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