Digitales Corona Gesundheits-Zertifikat

Hilfe für den Neustart der Wirtschaft

| Autor: Manfred Klein

Blockchain-Lösungen für die digitale Verwaltung sollen den wirtschaftlichen Neustart ermöglichen
Blockchain-Lösungen für die digitale Verwaltung sollen den wirtschaftlichen Neustart ermöglichen (© LuckyStep - stock.adobe.com)

Wie kann das öffentliche Leben nach der Coronakrise möglichst rasch und ohne Gefahr für Leben und Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger wieder hochgefahren werden? Eine Blockchain-Lösung soll nun einen wesentlichen Beitrag zur Daseinsvorsorge leisten.

Um nach Corona einen schnellen wirtschaftlichen Neustart zu ermöglichen, will ein neugegründetes Konsortium – in dem sich auch viele Unternehmen finden, die aus dem Umfeld der Öffentlichen Verwaltung kommen – eine auf der Blockchain-Technologie basierende IT-Infrastruktur entwickeln. Ziel dieser Technologie soll es sein, Menschen mit einem geringen Infektionsrisiko oder nach einer überstandenen Infektion mit dem Coronavirus mit einem Gesundheitszertifikat auszustatten, damit sie möglichst schnell wieder in systemrelevanten Einrichtungen arbeiten beziehungsweise in den gewohnten Arbeitsprozess zurückzukehren können.

Die Gründung des Konsortiums geht auf eine Initiative der Govdigital-Genossenschaft zurück. Diese, erst im Dezember des vergangenen Jahres gegründete Organisation von 10 IT-Dienstleistern der öffentlichen Hand, hat es sich zum Ziel gesetzt, innovative Lösungen der digitalen Daseinsvorsorge für Bund, Länder und Kommunen – nicht zuletzt auf der Basis von Blockchain-Technologien zu entwickeln.

Kernkompetenz der Genossenschaft ist – nach eigenen Angaben – die gemeinsame Entwicklung, Umsetzung und der partnerschaftliche Betrieb von IT-Lösungen im öffentlichen Sektor. Dabei liegt der Fokus der Tätigkeit auf dem Aufbau und Betrieb von rechenzentrumsübergreifenden und cloud-basierten und insbesondere basierten Blockchain-Infrastrukturen. Auf dieser Basis sollen dann auch Landes- und Bundeseinrichtungen Anwendungen für die öffentliche Hand entwickeln und anbieten können.

Zur Zielsetzung des nun gegründeten Konsortiums heißt es bei Govdigital: „In den kommenden Monaten wird die Vorlage eines unanfechtbaren authentischen medizinischen Corona-Testergebnisses, zum Beispiel bei Behörden, Arbeitgebern, in Kliniken oder an sicherheitskritischen Standorten zu einem entscheidenden Element für das Hochfahren der Wirtschaft und die Rückkehr zu einem normalen sozialen Leben“.

Dies auf eine datenschutzfreundliche Art und Weise zu ermöglichen, werde auch entscheidend sein, um Schaden für die Zivilgesellschaft und die Grundrechte zu vermeiden. Und weiter: „Wir, ein Konsortium aus Herstellern medizinischer Geräte, Laboren, Kliniken, Klinikdaten-Managementsystemen und Authentifizierungsanbietern, stellen eine Lösung vor, die eine überprüfbare Kette von Prozessergebnissen von der Bereitstellung einer medizinischen Probe, deren Handhabung in Kliniken oder anderen Standorten, über den Prozess der (halb-)automatischen Labortests bis zur Vorlage bei anfordernden Stellen schafft.“

Der vorgeschlagene Lösung basiere auf einer in der Blockchain verankerten Prozess-Zertifizierung, die mit der Entnahme einer medizinischen Probe beginne. Die Probe soll dazu schon bei der Entnahme mit einer pseudonymen Identität des Patienten gekoppelt werden. Diese pseudonyme Identität generiert ein Identitätsprovider, über eine Self-Sovereign-Identity-Anwendung. Diese Identität soll während des gesamten folgenden Prozesses in Verbindung mit der Probe verwendet und in der Blockchain bei Govdigital verankert werden, um sicherzustellen, dass auch ein Zeitstempel für die Entnahme erfasst wird. Bei jedem Schritt, der Informationen zur Probe hinzufügt oder ändert, wird eine solche Verankerung durchgeführt.

Dazu erklärte der Geschäftsführer von Govdigital, Matthias Kammer, gegenüber eGovernment Computing: „Wir werden eine vollständig DSGV-konforme Verarbeitung der Corona-Daten in der Infrastruktur unserer öffentlichen Rechenzentren gewährleisten: Über die bei uns gespeicherten Hashwerte können Gesundheitsdaten von pseudonymisierten Personen verifiziert werden. Wir wollen damit einen Beitrag für eine sichere und datengeschützte öffentliche Umgebung für die Prozess-Zertifizierung leisten – das liegt im Sinne der Daseinsvorsorge und dient der Aufrechterhaltung beziehungsweise Rückkehr zum gesellschaftlichen Leben. Wir freuen uns, damit einen Beitrag zur Daseinsvorsorge der Kommunen leisten zu können.“

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