eGovernment in Hessen

Hessen macht Regierungspräsidien zu digitalen Modellbehörden

| Autor: Manfred Klein

Jugendhilfe digitalisiert

Beim Verfahren „Wirtschaftliche Jugendhilfe“ können laut Pressemitteilung alle hessischen Jugendämter beim landesweit zuständigen Regierungspräsidium Kassel ihre Anträge auf Kostenerstattung für unbegleitete minderjährige Ausländer nach § 89d SGB VIII nunmehr auch online stellen. Die Bearbeitung und Abrechnung beim Regierungspräsidium erfolgt bereits über eine digitale Fachanwendung. Mit der Eröffnung der digitalen Antragstellung wurde für die Jugendämter eine optimierte Möglichkeit geschaffen, ihre Kostenerstattungsanträge zu stellen.

Zusammenarbeit der Ausländerbehörden verbessert

Im Verfahren „Zusammenarbeit der Ausländerbehörden“ wurde pilothaft im Landkreis Fulda eine stärkere und behördenübergreifende Zusammenarbeit zwischen dem Regierungspräsidium Kassel als Zentraler Ausländerbehörde im Regierungsbezirk und der Ausländerbehörde des Landkreises Fulda bei der Durchführung von Ausweisungen institutionalisiert, indem durch die Einführung einer elektronischen Ausländerakte der zeitnahe und schnelle Austausch von Daten zwischen den beteiligten Behörden unterstützt wird.

„Gerade dort, wo zuständige Stellen von Bund, Land und Kommunen zusammenwirken, tragen digitale Arbeitsprozesse zur Beschleunigung und verbesserten Abstimmung der beteiligten Behörden bei. Dadurch haben wir die Entscheidungsprozesse im Bereich der Ausländerbehörden erheblich verbessert und tragen so zur Beschleunigung von Antragsverfahren bei“, sagte Innenminister Peter Beuth.

Unternehmen profitieren vom digitalisierten Verwaltungshandeln

Auch im Bereich „Arbeitsschutz“ sollen die hessischen Unternehmen von der Digitalen Modellbehörde profitieren. Die entsprechenden Anzeige-Verpflichtungen und Antragstellungen bei den Arbeitsschutzverwaltungen der Regierungspräsidien im Zusammenhang mit dem Mutterschutz sollen in naher Zukunft auch online möglich sein. Auch in den Feldern Baustellenvorankündigung, Röntgenanzeige und Sachverständigenprüfbericht nach Röntgenverordnung hat die hessische Regierung entsprechende Digitalisierungsschritte hat die Landesregierung enstprechende Maßnahmen angekündigt.

„Wir machen unsere Regierungspräsidien zu digitalen Service-Stellen für die hessische Wirtschaft. Nach und nach wollen wir in immer mehr Bereichen digitale Verfahren anbieten, die eine effiziente Bearbeitung von Anträgen und Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung ermöglichen“, sagte dazu Finanzminister und CIO Dr. Thomas Schäfer.

Schnellere Bearbeitung der Anerkennungsprämien für Ehrenamtliche

Mitglieder der Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren sowie der Einheiten und Einrichtungen des Katastrophenschutzes sollen pro Dekade eine Anerkennungsprämie für ihre geleistete Dienstzeit erhalten. Die Bearbeitung der entsprechenden Anträge der Kommunen sowie die Auszahlung erfolgt durch die Regierungspräsidien. Im Verfahren „Anerkennungsprämie“ ist beabsichtigt, die Antragstellung bei den Regierungspräsidien künftig elektronisch zu ermöglichen, um so zu einer schnelleren Bearbeitung im Interesse aller Beteiligten beizutragen. „Ehrenamtliche sind enorm wichtig für unser Gemeinwesen.

Ob im Sport oder bei der Feuerwehr – Ehrenamtliche sind unersetzbar. Sie sorgen für ein lebenswertes Hessen. Deshalb wollen wir ihre Amtsgänge so einfach wie möglich gestalten. Die Digitalisierung ermöglicht einen einfacheren und schnelleren Umgang zwischen den Ämtern wie auch in der Kommunikation der Behörden mit den Bürgern. So kann finanzielle Anerkennung schneller bei den ehrenamtlich Tätigen ankommen“, so Innenminister Peter Beuth.

Effiziente Stiftungsaufsicht durch die Regierungspräsidien

Das Verfahren „Stiftungsaufsicht“ soll es Stiftungen im Land die Möglichkeit eröffnen, ihre Jahresabrechnungen sowie das Ausstellen von Vertretungsberechtigungen für die Mitglieder ihrer Stiftungsorgane online bei der zuständigen Stiftungsaufsicht der Regierungspräsidien einzureichen beziehunsgweise zu beantragen. Die Online-Anwendung wurde sogar bereits im Mai als Pilotprojekt beim Regierungspräsidium Kassel gestartet und wird in den kommenden Monaten auch bei den Regierungspräsidien Gießen und Darmstadt neu hinzukommen.

„In der Verwaltung sollten wir dort hinkommen, die Digitalisierung als Selbstverständlichkeit zu betrachten, so wie wir es im Privaten schon lange tun. Die Digitale Modellbehörde ist ein weiterer wichtiger Meilenstein in die digitale Zukunft der hessischen Landesverwaltung. Die Digitale Modellbehörde wird nicht nur die Regierungspräsidien verändern, sondern auch die anderen Behörden unserer Verwaltung. All dies zeigt einmal mehr: Hessen ist am Puls der Zeit und gilt weiterhin zurecht als einer der Vorreiter der digitalen Verwaltungsmodernisierung in Deutschland“, so Finanzminister und CIO des Landes Hessen Dr. Schäfer sowie Innenminister Beuth.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
Wird dabei auch Linux in Betracht gezogen oder regiert Microsoft mit?  lesen
posted am 20.11.2018 um 14:20 von Unregistriert


Mitdiskutieren
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45608922 / Projekte & Initiativen)