Herkules-Nachfolger soll zum IT-Systemhaus der Bundeswehr werden

Herkules geht in den Ruhestand

| Autor: Manfred Klein

(Bild: © sonjanovak – Fotolia.com)

Kurz vor dem Jahreswechsel, am 28. Dezember, haben Bundeswehr und die BWI Informationstechnik GmbH in Meckenheim einen Vertrag über IT-Dienstleistungen für die Bundeswehr unterzeichnet. Das immer wieder in die Kritik geratene Vorgängerprogramm „Herkules“ ist damit Geschichte.

Die BWI wird auf Basis eines unbefristeten Leistungsvertrages die nichtmilitärische IT-Infrastruktur der Bundeswehr betreiben und weiterentwickeln. Mittelfristig soll das BWI zum IT-Systemhaus der Bundeswehr werden. Die Bundesrepublik Deutschland hat am 28. Dezember ebenfalls die kompletten Gesellschafteranteile an den BWI-Gesellschaften erworben. Die BWI ist damit ab sofort eine 100-prozentige Bundesgesellschaft.

Bundeswehr und BWI haben am Firmensitz der BWI in Meckenheim einen neuen Leistungsvertrag unterzeichnet. Dieser ersetzt den bisherigen Herkules-Vertrag und beauftragt die BWI weiterhin mit dem Betrieb und der Weiterentwicklung der nichtmilitärischen Informations- und Kommunikationstechnik der Bundeswehr. Mit dem Vertragswerk soll der unterbrechungsfreie Betrieb der Bundeswehr-IT sichergestellt werden.

Zu den vereinbarten Leistungen gehören neben dem kompletten Betrieb der mehr als 140.000 Bundeswehr-PCs, das komplette Software Management, der Betrieb der Telekommunikation, der Rechenzentren, der Datennetze und der zentralen Verfahren wie eMail, Internet und Intranet der Bundeswehr sowie der Support der Bundeswehrnutzer.

Zudem zeichnet die BWI für die IT-Sicherheit der von ihr betriebenen IT-Infrastruktur verantwortlich, betreibt SAP für die Bundeswehr und unterstützt bei der Entwicklung und Einführung neuer SAP-Verfahren.

Weiterentwicklung des IT-Systems der Bundeswehr

Neben dem Betrieb soll der Vertrag auch die Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur – beispielsweise durch die Realisierung einer Bundeswehr-Cloud und den Aufbau einer Virtuellen Desktop Infrastruktur – ermöglichen. Durch die Vertragsgestaltung erhält die Bundeswehr die Möglichkeit, auf Innovationssprünge zu reagieren und die BWI mit neuen Aufgaben zu beauftragen, um ihr IT-System auch künftig an veränderte technologische Rahmenbedingungen anzupassen.

Neben den IT-Services im Bereich der nicht unmittelbar militärischen Informationstechnik kann die Bundeswehr die Kompetenz und Erfahrung der BWI nun auch für den Betrieb ihrer militärischen IT-Infrastruktur nutzen und die BWI hierfür mit weiteren Aufträgen ausstatten. Der Vorteil für die Bundeswehr: eine weitere Entlastung von IT-Aufgaben.

BWI wird 100-prozentige Bundesgesellschaft

Der Unterzeichnung des Leistungsvertrags war eine planmäßige Übernahme der Gesellschafteranteile von Siemens und IBM durch die Bundesrepublik Deutschland vorangegangen. Hierdurch wird die BWI zu einer 100-prozentigen Bundesgesellschaft, bleibt als GmbH aber weiter rechtlich selbständig.

Durch die neue Eigentümerstruktur kann die BWI künftig nicht nur Leistungen für die Bundeswehr erbringen, sondern als IT-Dienstleistungszentrum des Bundes auch die IT-Konsolidierung der Bundes-IT unterstützen. Es ist vorgesehen, die BWI in den nächsten Jahren zum Komplettanbieter für IT-Services, also zum IT-Systemhaus der Bundeswehr und des Bundes, weiterzuentwickeln.

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