Probleme mit der Gesundheitskarte und der Bundeswehr-IT

Herkules dümpelt: Die Manager kassieren trotzdem

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Nicht nur die Gesundheitskarte wird teurer ...

Und auch der Pilotversuch in Nordrhein-Westfalen sorgt für gedrückte Stimmung. Statt die flächendeckende Einsatzfähigkeit der Gesundheitskarte unter Beweis zu stellen, melden die teilnehmenden Ärzte immer wieder neue Probleme.

So koste die Ausstellung des elektronischen Rezepts den Arzt doppelt so viel Zeit, wie die handschriftliche Ausfertigung. Auch die digitale Kommunikation zwischen den Ärzten stehe nicht zur Verfügung. Die Eintragung von Notfalldaten sei kompliziert und zeitaufwendig. Und die als Sicherheitsfeature einst hochgelobte PIN-Eingabe sorgt – wie befürchtet – vor allem bei älteren Patienten immer wieder für Verwirrung.

Und nun ist auch das rund sieben Milliarden teure Herkulesprojekt zur Modernisierung der Kommunikationsinfrastruktur der Bundeswehr wegen der Bonuszahlungen in die Kritik geraten. Das Projekt wird nicht wie geplant 2010 abgeschlossen, die Kosten sind erheblich gestiegen – doch die Manager kassieren.

Zur Erinnerung: Bei Herkules geht es um die Neueinrichtung von 140.000 Computerarbeitsplätzen und von etwa 300.000 Telefonanschlüssen bei der Bundeswehr. Dazu wurde vor zehn Jahren das privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen BWI Informationstechnik GmbH (BWI-IT) gegründet, in dem ein Konsortium aus Siemens und IBM Deutschland mit 50,1 Prozent die unternehmerische Führung übernahm. 49,9 Prozent der Anteile werden vom Bundesverteidigungsministerium gehalten.

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