Probleme mit der Gesundheitskarte und der Bundeswehr-IT Herkules dümpelt: Die Manager kassieren trotzdem

Redakteur: Manfred Klein

Wieder sind zwei IT-Großprojekte des Bundes in die Kritik geraten. Dass die Gesundheitskarte, die – man erinnere sich – bereits 2006 jeder Bundesbürger in der Tasche haben sollte, immer für eine schlechte Nachricht gut ist, daran hat man sich mittlerweile gewöhnt. Aber nun gerät auch Herkules, das Vorzeigeprojekt der Bundeswehr, wieder in die Kritik.

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So berichtete das ARD-Magazin Monitor, die Gematik, Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte, gehe inzwischen von einer Verdopplung der ursprünglich geplanten Kosten aus. Im schlechtesten Fall wird die Karte erst in acht bis zehn Jahren mit allen Funktionalitäten zur Verfügung stehen.

Das Bundesgesundheitsministerium rechnet zwar nach wie vor mit Kosten von 1,4 Milliarden Euro. Eine von der Entwicklungsfirma Gematik in Auftrag gegebene Studie der Beratungsfirma Booz Allen Hamilton prognostiziert, laut Monitor, allerdings Kosten von 2,8 Milliarden bei einer fünfjährigen Einführungsphase. Im Worst-Case-Szenario (zehnjährige Einführungsphase) könnten die Kosten auf 14,1 Milliarden Euro steigen.

Laut Monitor übt inzwischen auch Regierungsberater Professor Jürgen Wasem scharfe Kritik an dem Projekt. Die Karte werde „primär aus politischen Gründen“ an den Start gehen. Ökonomisch werde sie ein Minusgeschäft sein, das letztlich die Versicherten bezahlen, so Professor Wasem, einer der wichtigsten Berater von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.

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