Objektverwaltung Helfer für smarte Kommunen

Redakteur: Susanne Ehneß

Die Verwaltungsabläufe in Städten und Kommunen werden zunehmend digital und damit effizienter. Auch die Smart-City-Lösung „EineStadt“ will unnötige Zettelwirtschaft vermeiden und setzt auf digitale Objektverwaltung.

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Hydranten, Schächte, Pumpwerke und andere Objekte rund um Wasserwerk und Klärwerk lassen sich per App verwalten
Hydranten, Schächte, Pumpwerke und andere Objekte rund um Wasserwerk und Klärwerk lassen sich per App verwalten
(© EineStadt)

„EineStadt“ begann als Start-up und wird mittlerweile in einigen kleineren und größeren Gemeinden genutzt. Auch die Stadt Schwabmünchen nutzt die App – bereits seit zehn Jahren. Die Idee dahinter ist so simpel wie praktisch: Jedes kontrollrelevante Objekt wird mit einem kleinen NFC-Chip ausgestattet. Nähert sich ein Kontrolleur diesem Chip mit seinem Tablet oder Smartphone, so öffnet die App die entsprechenden Sachdaten. Im System können dann neue Eigenschaften und Befunde eingetragen, Probleme gemeldet und anstehende Aufgaben direkt vergeben und verwaltet werden. Auch etwaige Mängel lassen sich durch Fotos direkt vor Ort festhalten.

„Die Chips haben sich mittlerweile etabliert und sind daher auch großflächig kostengünstig einzusetzen“, betont das Unternehmen. „NFC-Chips zeichnen sich außerdem besonders durch ihre Outdoorbeständigkeit und ihre lange Lebensdauer aus. Durch spezielle Beschichtungen sind sie wasserfest; die Chips benötigen keine Batterie.“

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Die Einsatzmöglichkeiten der Chips sind vielfältig: von der digitalen Baumkontrolle über Schacht- oder Hydrantenwartung bis zur Verwaltung von Straßenbeleuchtung, Mülleimern oder Hundetoiletten.

Wassermanagement

Am Beispiel „Wasser“ lässt sich gut erkennen, wie die „EineStadt“-App funktioniert: Bei Hydranten beispielsweise wird der wasserfeste Chip in der Straßenkappe angebracht. Dieser wird bei jeder Kontrolle mit einem wasserdichten Smartphone am Teleskopstab einmal kurz berührt. Den Rest erledigt die Software im Hintergrund: „Hans Meyer war am 01.04.2020 um 12:32 am Hydrant Nr. 123 und hat eine Spülung durchgeführt.“ Das System hilft nicht nur beim Spülen und Warten der Netzobjekte, es stellt auch sicher, dass Schilder und Schieber regelmäßig kontrolliert sowie Wasserpegel und Grundwasserstände dokumentiert werden. Im Ernstfall kann die Feuerwehr Hydranten zudem schneller auf der digitalen Karte finden. Auch weitere Bechippungen von beispielsweise Brunnen, Wasserhähnen oder Entlüftungsventilen sind möglich.

Auch Klärwerke können auf diese Weise unterstützt werden, beispielsweise bei der Schachtwartung. Die NFC-Chips können mit einem Hohlraum-Schlagdübel (nach vorheriger Bohrung) direkt in den Betonschacht geschraubt werden. Der Kontrolleur hält sein Tablet an den Chip und gelangt so zum Eingabeformular für das richtige Objekt. Dort können Attribute bearbeitet werden – und es wird sichergestellt, dass der Kontrolleur wirklich am Objekt war.

Die Dokumentation der verschiedenen Arbeitsschritte ist dadurch lückenlos möglich, schließlich müssen die Überwachung der Zähler und die regelmäßige Eintragung aller Werte von Pumpen und Strahlbelüftern, des Stromverbrauchs und der Durchflussmenge regelmäßig durchgeführt werden. Missstände – wie Rattenbefall, defekte Steigeisen oder Schachtgerinne oder das einfache Fehlen von Eimern oder Schmutzfängern – lassen sich ebenfalls digital dokumentieren.

Die Stadt Schwabmünchen, die 2016 mit der allerersten Anwendung „Bäume“ gestartet war, hat mittlerweile rund 700 Hydranten mit einem NFC-Chip ausgestattet und steuert insgesamt 3.650 Kanalschächte mittels App. Auch Spielgeräte, Straßenlaternen, Hundetoiletten, Mülleimer und Brücken sind in der bayerischen Stadt gechipt.

Dezentrale Objektverwaltung

Mit der App „EineStadt“ ist eine dezentrale Verwaltung möglich, Mitarbeiter können also bereits zuhause Aufträge einsehen und direkt an die betroffenen Objekte fahren, um ihre Arbeit zu erledigen. Zudem können anstehende Aufträge direkt über das System vergeben werden – auch an externe Nutzer. Die Kommune behält dabei die Kontrolle, denn das Auslesen der Chips vor Ort stellt sicher, dass Mitarbeiter und Firmen auch wirklich am Objekt waren. Wird beispielsweise ein Auftrag zur Reinigung der örtlichen Schächte vergeben, kann genau festgestellt werden, ob die Reinigungsfirma bereits alle Schächte angefahren hat. Und bei Bedarf können Berichte als PDF gespeichert oder ausgedruckt werden.

Wie das Unternehmen erläutert, hat sich zudem das integrierte Bürgermeldesystem in den Gemeinden etabliert. Fast täglich kämen Meldungen über defekte Straßenlaternen, volle Mülleimer oder sogar beschädigte Spielgeräte über das System an. Und aufseiten der Kommunen sei man froh über die Erinnerungsfunktion für anstehende Kontrollen, um Wartungstermine nicht zu verpassen – auch zur rechtlichen Absicherung.

Ausblick

Die Einsatzmöglichkeiten der App nehmen zu. Wie das Unternehmen „EineStadt“ betont, sei ganz aktuell die Anwendung auf „nicht-bechippbaren Verwaltungsobjekten“ möglich – wie Straßen sowie Gehölz-, Zier-, Mähflachen und Biotope. Die Straßen und Flächen werden hier einfach als Punkte oder Flächen in eine Karte eingezeichnet und können über einfaches Antippen geöffnet werden.

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