Cloud Computing in der Öffentlichen Verwaltung

Heiter bis wolkig: Behörden und die Verlockung der Cloud

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... versus lockende Einsparpotenziale

„Grundsätzlich ist angedacht, für jedes Verfahren vor der Migration auf Cloud-Technologie eine Wirtschaftlichkeitsüberprüfung und zusätzlich eine Sicherheitsbewertung durchzuführen. Erst bei positiver Bewertung beider Analysen kann das Verfahren umgesetzt werden. Darüber hinaus sind die Werte des Energieverbrauchs und des CO2-Ausstosses im Sinne der Green-IT-Politik gegenüberzustellen und zu bewerten", heißt es dazu.

Und weiter: „In den zurückliegenden Jahren haben sich die Vorteile des Cloud Computings deutlich manifestiert. Charakteristika wie Kostenersparnis, Verfügbarkeit und Flexibilität, gefolgt von Skalierbarkeit, Zukunftssicherheit, Elastizität und Nachhaltigkeit, Sicherheit sowie Ortsunabhängigkeit sind Punkte, die die IT-Nutzung, durch die gebotenen Möglichkeiten der Cloud-Services im Bereich der Öffentlichen Verwaltung, auch für Rheinland-Pfalz, deutlich innovativer und nachhaltig kostengünstiger werden lassen. Die Synergiemöglichkeiten und Einspareffekte müssen aber auch entsprechend genutzt werden – hierbei ist die Menge von Verfahren beziehungsweise Komponenten ausschlaggebend. Mit dem Einsatz von Cloud Computing werden die rheinland-pfälzischen Konzepte der Serverkonsolidierung und zu Green-IT unterstützt.“

Das abschließende Statement aus Mainz zu diesem Themenkomplex: „Fazit: Der Energieverbrauch kann über die Technologie in erheblichem Maß gesteuert werden. Die Virtualisierung von IT-Komponenten ermöglicht es, Effizienz, Flexibilität und Verfügbarkeit zu steigern. Damit ist die Grundlage für eine bedarfsgerechte IT geschaffen – bis hin zum Cloud Computing. Wirtschaftlichkeit und Green-IT sind bei adäquatem, bedarfsgerechtem Einsatz eine sinnvolle Konsequenz.“

Und was treibt die Zauderer um?

Ganz anders stellt sich die Situation dagegen in Thüringen dar. Hier beschied man die Anfrage von eGovernment Computing so: „In der Landesverwaltung des Freistaats Thüringen wird derzeit keine Cloud-Computing-Technologie eingesetzt. Der Einsatz dieser Technologie ist nicht geplant. Auch im Rahmen der Initiative Mitteldeutschland wird diese Technologie zurzeit ebenfalls nicht für länderübergreifende Projekte genutzt.“

Und auch in Erfurt treibt die Verantwortlichen die Sicherheitsproblematik um: „Grundsätzlich gilt es festzustellen, dass beim Einsatz von Cloud ungeklärte Probleme im Bereich der IT-Sicherheit bestehen. Bis zur Klärung der sicherheitstechnischen Probleme beim Einsatz von Cloud Computing kommt der Einsatz dieser Technologie in der Landesverwaltung des Freistaats Thüringen nicht in Betracht.“

Auch in Nordrhein-Westfalen, in Mecklenburg-Vorpommern und in Sachsen gibt man sich zurückhaltend. So ist in Düsseldorf das Thema Cloud Computing derzeit Gegenstand einer Großen Anfrage der FDP-Fraktion. Die Beantwortung erfolgt voraussichtlich im März. Da man der Unterrichtung des Landtages nicht vorgreifen wolle, sei eine ausführliche Stellungnahme derzeit leider nicht möglich, hieß es dazu.

Auch gebe es in der Landesverwaltung derzeit keine konkreten Planungen für den Einsatz von Public Clouds. Gegen einen solchen Einsatz sprächen vor allem Datenschutz- und Sicherheitsbedenken. Zwar seien Überlegungen, die Technologie innerhalb des Landesnetzes für eigene Zwecke zu nutzen, angestellt worden, befänden sich aber noch in einem frühen Stadium.

Und in Schwerin, der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, erklärte man: „Nach Rücksprache mit dem Fachreferat ist eine Beantwortung so einer komplexen Fragestellung nicht möglich, auch, weil die Bewertung in den länder­übergreifenden Gremien erst begonnen hat.“

Und aus Sachsen hieß es lediglich: „Im Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste (SID) wurde im Jahr 2011 ein Proof of Concept durchgeführt. Hierbei wurden die Themen Leistungsverrechnung von Cloud-Angeboten, Angebot von Software as a Service (SaaS) für Mail- und Sharepoint-Dienste, Angebote von Infrastructure as a Service (IaaS) als reiner Infrastrukturanbieter in Form von Rechenkapazitäten sowie Methoden des effektiven Provisionings, Monitorings und Managements erstmalig untersucht."

Das abschließende Statement aus Dresden: „Derzeit werden im Freistaat Sachsen keine Cloud-Computing-Systeme produktiv eingesetzt. Es werden die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen, die diesen Themenkomplex betreffen, beobachtet, um die IT-Strategie des Freistaates dran auszurichten.“

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