Elektronische Fallakte

„Health.connect“-Plattform soll IT-Systeme verbinden

| Redakteur: Ira Zahorsky

Eine elektronische Fallakte, bei der Patientendaten zeitlich befristet gespeichert werden, könnte Behandlungen erleichtern.
Eine elektronische Fallakte, bei der Patientendaten zeitlich befristet gespeichert werden, könnte Behandlungen erleichtern. (© maxsim - stock.adobe.com)

Beim Pilotprojekt unter dem Arbeitsnamen „Health.connect“ werden die IT-Systeme von sächsischen Praxen, Pflegeheimen, Klinken, Apotheken und weiteren Beteiligten an der Patientenversorgung vernetzt, um Patientendaten zeitlich begrenzt und sicher auszutauschen.

„Health.connect“ ist ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer mitteldeutscher Unternehmen und Institutionen zur Entwicklung und zum Betrieb einer Plattform für die IT-Vernetzung in der Gesundheitsversorgung. Das Projekt soll eine so genannte elektronische Fallakte (eFA) ermöglichen. Im Gegensatz zu einer digitalen Patientenakte (ePA), welche Patientendaten dauerhaft und zentral speichert, werden hier Daten nur fallweise und zeitlich begrenzt und dezentral abgelegt. Derzeit sind Behandlungsinformationen verstreut und untereinander inkompatibel im Einsatz.

Mit der „Health.connect“-Plattform, einem Pilotprojekt, soll nun ein Ökosystem aus verschiedenen Schnittstellen, Services und Apps entstehen, durch das die unterschiedlichen IT-Systeme all dieser Akteure im Gesundheitswesen angebunden werden können. Mittels nahtloser digitaler Prozesse sollen so die Abläufe im Gesundheitswesen spürbar verbessert und revisionssicher nachvollzogen werden. So können zukünftig Fallinformationen zum Beispiel Medikationen, Medikationsänderungen und Behandlungspläne automatisiert zwischen den Ärzten und Pflegeeinrichtungen ausgetauscht oder auch Vorbefunde oder Bilder schnell und sicher auf digitalem Wege vom Krankenhaus an alle an der Behandlung beteiligten Parteien übertragen werden. Auch die Implementation eines eRezepts wird evaluiert.

„Wir setzen dabei idealerweise auf die bestehende Sicherheitsinfrastruktur der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte und binden zusätzlich Partner ein, die nicht über diese Infrastruktur verfügen, wie zum Beispiel Heime und Therapeuten. Dabei nutzen wir offene und bestehende internationale Standards im Gesundheitswesen wie zum Beispiel HL7 FHIR“, erklärt Frank Richter, geschäftsführender Gesellschafter der EWERK-Gruppe. „Auf diese Weise wollen wir die Tür für weitere Partner offenhalten. Die Integration neuer Technologien, etwa Blockchain Smart Contracts, sind im Bereich eHealth in Deutschland und Europa richtungsweisend.“

Neben Anbietern medizinischer IT sind die Universitäten Leipzig und Halle am Pilotprojekt beteiligt. Das sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz fördert „Health.connect“ mit rund 1,3 Millionen Euro.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
Cool  lesen
posted am 15.07.2019 um 20:05 von Unregistriert


Mitdiskutieren
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 45804092 / Facility/Vernetzung)