Studie Web 2.0 in bayerischen Kommunen

Handlungsrahmen für Bürgermeister und eGovernment-Entscheider

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Öffentliche Verwaltungen, die Facebook & Co. nutzen wollen, müssen auch mit entsprechenden Aufwendungen rechnen. Wie sich diese in Grenzen halten lassen – auch das zeigen die Handlungsansätze.

  • 9. Web 2.0 zur Bürgereinbindung: Web-2.0-Dienste ermöglichen der Verwaltung neuartige Formen der Information und Kommunikation mit den Bürgern. Dies bietet neue Möglichkeiten der Beteiligung und der Zusammenarbeit. Bürger und Unternehmen können stärker in Verwaltungsprozesse integriert werden. Die Neuen Medien bieten zahlreiche Potenziale zur Optimierung der internen und externen Prozesse. Hierbei ist zu beachten, dass diese Web-2.0-Lösungen, bei denen die Bürger eingebunden werden und vertrauliche Daten anfallen, im eigenen Rechenzentrum oder bei vertrauenswürdigen IT-Dienstleistern, gehostet werden sollten.
  • 10. Politik & Verwaltung mitnehmen: Mit steigender Nutzung der Neuen Medien in den Kommunen lässt sich eine zunehmende Öffnung der Prozesse in Politik und Verwaltung und eine Zunahme des Bürgerinteresses an öffentlichen Themen beobachten. Offenheit und Transparenz, Information und Kommunikation, Beteiligung und Zusammenarbeit verändern die alltäglichen Arbeitsweisen und die tradierte Verwaltungskultur. Für eine breite Akzeptanz dieser Veränderungen muss sämtlichen Akteuren die Möglichkeit der Nutzung eröffnet werden. Dies bedeutet, dass neben den Mitarbeitern in der Kommunalverwaltung auch die politischen Vertreter in Gremien, die Verwaltungsspitze, die Bürger und die Presse mitgenommen werden müssen.
  • 11. Mut zur Lücke: „Mut zur Lücke!“ besagt eine bekannte Redewendung, welche auch für die Nutzung der Neuen Medien im kommunalen Kontext Gültigkeit besitzt. Das Web 2.0 zeichnet sich durch einen fortlaufenden Wandel und eine Fehlerkultur mit Rückkopplung aus: Dienstangebote im Internet kommen und gehen. Ideen werden ausprobiert. Nicht nachgefragte Dienstleistungen werden auch wieder eingestellt. Das Web 2.0 ist damit ein Ort der Imperfektion, des Testens und des Ausprobierens. Eine Kommune sollte daran partizipieren und nicht verzweifeln, wenn bestimmte Lösungen (noch) nicht perfekt sind. Das liegt im Wesen des Web 2.0. Mit ihren Impulsen und Anregungen wird die Kommune dazu beitragen können, vorhandene Dienste rasch zu verbessern und hochwertiger zu gestalten.
  • 12. Web 2.0 kostet auch: Zusätzliche Aktivitäten, sei es in der Realität oder im Web 2.0, benötigen zusätzliche Ressourcen. Das Internet und die Web-2.0-Anbieter profitieren von den Kostenstrukturen der Informationsprodukte. Kosten fallen zunächst bei der Erstellung einmalig an. Jede weitere Nutzung ist häufig mit nur geringen Zusatzkosten verbunden, die meist zu vernachlässigen sind. Dadurch eröffnen sich für Kommunen nachhaltige Einsparoptionen (z. B. Reduktion von Druckkosten). Viele Web-2.0-Anbieter sind sogar in der Lage, ihre Angebote vollkommen kostenlos anzubieten. Dennoch fallen bei Kommunen Kosten an anderer Stelle an, etwa für Konzeption, Implementierung, technischen Betrieb, Redaktion, Moderation, Datenpflege und Rückfragen der Bürger. Kommunen sollten sich bewusst sein, dass zur Realisierung der skizzierten Einsparpotenziale auch Investitionen erforderlich sind.
  • 13. Tue Gutes und rede darüber: Die besten IT-Lösungen zur Information und Kommunikation mit den Bürgern oder zur Verbesserung der verwaltungsinternen Zusammenarbeit sind unwirksam, wenn die Zielgruppe nichts von den neuen Lösungen erfährt und sie deswegen nicht nutzen wird. Werbung über Briefköpfe, Amtsblätter, Zeitungen, Radiosender, Lokalfernsehen und das Internet sorgt dafür, dass Lösungen am Ende auch bei der jeweiligen Zielgruppe ankommen.

Die Studie wurde vom Deutschen Telekom Institute for Connected Cities – TICC unter der Leitung von Christian P. Geiger und Professor Jörn von Lucke erstellt. Sie kann kostenfrei und vollständig von der Homepage der Stiftung heruntergeladen werden.

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