OZG-Umsetzung

Handlungshilfe für Kommunen

| Autor: Manfred Klein

Orientierung für Kommuenen bei OZG-Umsetzung bietet der KGSt-Bericht
Orientierung für Kommuenen bei OZG-Umsetzung bietet der KGSt-Bericht (© PRODUCTION PERIG – stock.adobe.com)

Das Onlinezugangsgesetz, kurz OZG, hat eine erfreuliche Dynamik bei eGovernment-Umsetzung entfaltet. Allerdings ist es bislang nicht wirklich gelungen, die Kommunen in den Umsetzungsprozess einzubinden. Mit einem KGST-Bericht soll sich das ändern.

Die Kommunen und ihre Verbände haben immer wieder darüber geklagt, dass sie bei der OZG-Umsetzung alleine gelassen würden und der Know-how-Transfer vom Bund, über die Länder bis zu ihnen, nicht funktionieren würde. Inzwischen gibt es eine Reihe von Initiativen, die das ändern wollen. Die vorläufig letzte in dieser Reihe ist der aktuelle Bericht der KGSt, der alle wichtigen Themen in diesem Zusammenhang behandelt.

Der derzeitige Vorsitzende des IT-Planungsrats, der Bremer Staatsrat Henning Lühr, schreibt in seinem Grußwort zum Bericht denn auch: „Das Team der KGSt hat mit diesem Bericht eine Handlungshilfe vorgelegt, die strategisch vorangeht und gleichzeitig Lösungen für die Praxisprobleme aufzeigt! Herzlichen Glückwunsch zu diesem Beitrag! Die KGSt ist ein kompetenter Unterstützer und Vordenker der Digitalisierung auf kommunaler Ebene.“

Appell an die Kommunen

Das ist nicht übertrieben, behandelt der Bericht doch juristische Fragen ebenso wie Fragen der technischen Umsetzung. Abgerundet wird das Ganze durch eine Vielzahl an Praxisbeispielen. Zudem wird – da OZG-Umsetzung bekanntlich an den Aufbau eines einheitlichen Serviceportals gebunden ist – auch diesem Thema in aller Ausführlichkeit abgehandelt.

So heißt es schon im Vorwort: „Der Aufbau eines Serviceportals bietet erhebliche Chancen für die ganzheitliche Digitalisierung von Prozessen. Durch die Verknüpfung von Antragsdaten mit Fachverfahren und Servicekonten zur Authentifizierung, der elektronischen Vorgangsbearbeitung und der eAkte, mobiler Datenbearbeitung, ePayment und einem Outputmanagement entwickelt sich das stark kundenorientierte eGovernment-Angebot eines Serviceportals zu einem wichtigen Baustein der internen Prozessoptimierung. Prozesse können dann völlig medienbruchfrei gestaltet werden, was die Verwaltungseffizienz erheblich steigert.“

Und weiter: „Wichtig für den Erfolg eines kommunalen Serviceportals ist seine Bekanntheit unter Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen und schlussendlich die Nutzungsfrequenz. Hier helfen zum Beispiel eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, die zielgruppenspezifische Bewerbung von Online-Diensten sowie die Bündelung aller Online-Dienste in einem Portal.“

Kommunen aller Größenklassen sollten daher jetzt aktiv am Auf- beziehungsweise Ausbau attraktiver kommunaler Serviceportale arbeiten. Es bestehe nun die Chance, Deutschlands leidigen eGovernment-Teufelskreis aus unattraktiven Angeboten und geringer Nutzung von Online-Diensten endlich zu durchbrechen, so die Autoren.

In diesem Zusammenhang könne es für Kommunen auch lohnend sein, sich als Kommune aktiv in die Entwicklungsarbeit auf Bundes- oder Landesebene einzubringen. Das BMI habe diverse Informationen zur Mitarbeit von kommunalen Expertinnen und Experten an der OZG-Umsetzung in Themenfeldern und Digitalisierungslaboren zusammengestellt. Mittlerweile seien in den meisten Themenfeldern zudem kommunale Akteure fester Bestandteil der Arbeit in den Digitalisierungslaboren.

Prozessmanagement: Synergien nutzen

In der praktischen Arbeit raten die Autoren zudem dazu, den Aufbau von Online-Diensten eng mit dem kommunalen Prozessmanagement zu verknüpfen. Denn, so die Autoren: „Prozessmanagement bedeutet eine auf Dauer angelegte Prozessorientierung, verbunden mit der kontinuierlichen Steuerung und Verbesserung der Prozesse. Die Prozesse als zentrale Steuerungsebene zu etablieren hat viele Vorteile: In ihnen zeigt sich die Rechtssicherheit, die Effizienz, der Innovationsgrad und nicht zuletzt die Kundenfreundlichkeit einer Verwaltung.“

Schnittstellen zum Prozessmanagement gebe es zum Beispiel bei der Priorisierung von Online-Diensten im Serviceportal. Hier könne ein Verwaltungsscreening auf der Basis von einfachen und wenigen Prozessmerkmalen helfen, eine gute Auswahl zu treffen.

Die KGSt hat dazu auch eine Liste priorisierter eGovernment-Prozesse entwickelt. Diese sind in der aktuellen Version des KGSt-Prozesskatalogs verfügbar über das KGSt-Portal verfügbar.

Erfolgsfaktoren

Im Bericht selbst werden zudem fünf Erfolgsfaktoren herausgearbeitet. Wichtige Aspekte sind die Auswahl einer nachhaltig portalverbundfähigen technischen Infrastruktur sowie die Einbindung attraktiver und stark nachgefragter Online-Dienste. Der Einsatz der eID-Funktion beschränkt die Reichweite von Diensten erheblich und sollte deshalb stets kritisch geprüft werden. Viele Verwaltungsleistungen erfordern keine Unterschrift. Unter Umständen lassen sich andere Identifizierungsmerkmale nutzen. Die Ergebnisse der Digitalisierungslabore oder auch von landesweiten Arbeitsgruppen, die sich auf kommunale Verwaltungsleistungen beziehen, können dabei helfen, Dienste noch kundenfreundlicher zu gestalten.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
Seit mindestens 2 Jahren steht die in der Gesundheitsbranche unter dem Begriff Gesundheitsterminal...  lesen
posted am 10.07.2019 um 12:53 von Unregistriert


Mitdiskutieren
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46016547 / Projekte & Initiativen)