1. CityNext-Konferenz von Microsoft

Hamburg und Barcelona arbeiten an urbanen eGovernment-Lösungen

| Redakteur: Manfred Klein

Die norddeutsche Metropole hatte zuletzt mit der Einführung eines weitreichenden Transparenzgesetzes auch international für Aufmerksamkeit gesorgt. „Moderne Städte definieren sich nicht nur über leistungsfähige Infrastrukturen und eine optimierte Verwaltung, sondern auch über ihre Bewohner, deren Bedürfnisse und deren Engagement. Deshalb zeigt Microsoft CityNext Möglichkeiten auf, Menschen stärker an der Gestaltung ihrer Stadt zu beteiligen", erklärt Illek.

Ein Ziel, das auch Hamburg verfolgt: „Für eine Stadtverwaltung bedeutet eBusiness die Fähigkeit interaktiv mit den Bürgerinnen und Bürgern zu kommunizieren“, sagt Hamburgs CIO Riedel.

„Das eröffnet nicht nur neue Teilhabechancen, sondern verschlankt auch die Prozesse in der Verwaltung und macht die Stadt schneller reaktionsfähig und damit attraktiver. Im wahrsten Sinne also eine Win-Win-Situation.“

Mit der Einführung der elektronischen Umlaufmappe setzt Hamburg bereits seit drei Jahren auf effektive und transparente Arbeitsprozesse. So wurde der Behördenarbeitsplatz auf Basis von Microsoft SharePoint modernisiert und ermöglicht einen direkten Zugang zu allen benötigten Unterlagen der Verwaltung.

Die bekannten Gitternetzmappen, in denen die abstimmungsrelevanten Dokumente von Büro zu Büro gereicht wurden, gehören damit der Vergangenheit an.

Im nächsten Schritt wird die Einführung der elektronischen Sitzungsmappe geprüft. Während moderne Kollaborationswerkzeuge erhebliche Effizienzpotenziale bieten, ermöglicht das mobile Arbeiten mit neuen Devices und die Nutzung von Daten- und Diensten aus der Cloud Mitarbeitern und Entscheidern in Verwaltung und Politik ein räumlich unabhängiges Arbeiten.

Ein weiteres Projekt im Rahmen der Microsoft CityNext-Initiative wird sich mit der digitalen Erschließung von Kulturgütern aus den verschiedenen Hamburger Stadtteilen befassen und dabei deren Bewohnern auch Möglichkeiten zur eigenen Mitwirkung anbieten.

Mit Big Data Ressourcen sparen

Als weltweites Vorzeigeprojekt gilt das „City Dashboard“ der katalanischen Metropole Barcelona. Hier laufen zum Beispiel alle vorhandenen Systeme im Bereich Verkehr und Transport zusammen. Gleichzeitig können Bürger über eine Webapplikation eigene Hinweise geben und vorhandene Daten abrufen.

Mithilfe dieser Open Data-Lösungen kann nicht nur der Verkehr besser gesteuert, sondern auch der CO2-Ausstoß reduziert werden. Durch Big Data-Anwendungen, die Daten von Verkehrs- und Umweltsensoren, aus dem Gesundheitsbereich oder der öffentlichen Sicherheit analysieren, können Städte Ressourcen künftig effektiver einsetzen oder den Verkehr besser steuern.

„Bisher können wir nur nachträglich und mit einer gewissen Zeitverzögerung auf Ereignisse reagieren. Das Internet der Dinge – also die extrem wachsende Verfügbarkeit vielfältiger sensorbasierter Informationen – und die Fähigkeiten, große Datenmengen nahezu in Echtzeit auszuwerten, kann die Zeit zwischen einem Ereignis und der Reaktion darauf fast auf Null senken“, erklärt Riedel die Motivation das Potenzial von Big-Data-Anwendungen in Hamburg zu prüfen.

Noch wachsen allerdings auch in Hamburg die Bäume nicht in den Himmel. Konkrete Projekte sind in der Hansestadt noch nicht geplant. Auch mit dem Einsatz von Ressourcen hält man sich zurück. Die Arbeitszeit der in eGovernment-Projekten der Stadt beschäftigen gilt als wichtigster Aktivposten.

In Barcelona träumen die Verantwortlichen dagegen bereits von einer Senkung des Wasser- und Energieverbrauchs durch IT-Systeme. Auch können sich die Stadtväter dort eine Optimierung des öffentlichen Nahverkehrs durch eine Erfassung der Passagierzahlen in Echtzeit vorstellen. Auch überlegt man dort die Ergebnisse in Form eines Open-Data-Dokuments weltweit zu veröffentlichen.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 42509610 / Projekte & Initiativen)