Healthcare-IT

Haftungsfragen, Datenschutz und die Meinung von Ärzten zu Medical Apps

| Autor / Redakteur: Kathrin Schäfer / Kathrin Schäfer

Ärzte fordern mehr Kontrolle bei Gesundheits-Apps

Dr. Franz Bartmann von der Bundesärztekammer betont die Notwendigkeit einer strengen Kontrolle bei Apps, die neue Therapieprozesse einführen. Eine App, die Zuckersensoren mit einer Insulinpumpe koppelt und dadurch eine künstliche Bauchspeicheldrüse bildet, müsse genau evaluiert und streng überwacht werden. Für Apps, bei denen lediglich eine analoge durch eine digitale Datenaufzeichnung ersetzt werde, gelte das nicht in dem Maße.

Apropos Ärzte, sie werden neben Patienten häufig als diejenigen dargestellt, die von den digitalen Helfern am meisten profitieren; tragen die via Smartphone gesammelten Daten doch angeblich zu einer genaueren Diagnose von Krankheiten bei. Wie stehen sie zu Gesundheits-Apps?

Der Ärztenachrichtendienst ÄND hat sich die Mühe gemacht, Mediziner zu befragen. 303 niedergelassene Ärzte haben sich an der Umfrage beteiligt. Das Ergebnis: 97 Prozent sind überzeugt, dass die Anzahl der Nutzer von Gesundheits-Apps in den nächsten Jahren stark ansteigen wird. Will meinen: Dass Medical-Apps zunehmend populärer werden, bezweifelt kaum einer.

So überrascht es nicht, dass jeder zweite Arzt angibt, dass er sich mit dem Thema schon auseinandergesetzt und sich die eine oder andere App angeschaut habe. Weitere 16 Prozent kennen sich eigenen Angaben zufolge schon sehr gut aus – und haben bereits diverse Apps getestet.

Im Arzt-Patienten-Gespräch kommt das Thema offenbar auch immer häufiger hoch: Fast die Hälfte der Ärzte (46 Prozent) sind von Patienten schon einmal mit Gesundheitsdaten konfrontiert worden, die auf einem Smartphone gespeicherten waren. All das belegt: Medical Apps sind im Gesundheitsmarkt, das heißt bei Ärzten und Patienten, bereits angekommen. Doch wie sieht es mit der Qualität des Angebots aus?

Sind Medical Apps mehr als nur Spielereien?

Die Frage, ob Apps den Patienten auch sinnvolle Informationen über medizinische Sachverhalte oder eine gesundheitsfördernde Lebensweise bieten können, beantworten lediglich 18 Prozent der Ärzte mit einem eindeutigen „Nein“. Die große Mehrheit, nämlich 62 Prozent der Mediziner, ist überzeugt, dass immerhin „einige wenige“ gute Programme für Patienten hilfreiche Informationen liefern können. Allerdings sind sie auch der Überzeugung, dass viel Unsinn auf dem Markt ist. Von „sehr vielen“ hilfreichen Apps auf dem Markt sprechen nur 20 Prozent der Ärzte.

Skepsis klingt auch bei der Frage nach medizinischen Messwerten durch, die von den Apps erhoben und ausgewertet werden können. Ob Daten über den Kreislauf, Gewicht oder Blutzuckerwerte: Fast jeder dritte Arzt (31 Prozent) hält diese Funktionen für Spielereien ohne großen Nutzen – aber auch ohne große Gefahren. 24 Prozent warnen dagegen: Solche medizinischen Daten könnten den Nutzer ohne ärztliche Interpretation eher verwirren, als dass sie ihm irgendwie helfen. Immerhin 45 Prozent der Ärzte betrachten diese Entwicklung entspannt: Prinzipiell böten die Apps hilfreiche oder lehrreiche Informationen – was durchaus zu begrüßen sei.

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