Cyberwar Hackerangriff auf Deutschland-Tochter von Rosneft

Von Chiara Maurer

Ein Angriff des Hackerkollektivs Anonymus soll bei dem russischen Ölproduzent Rosneft großen Schaden verursacht haben. Betroffen sind vor allem Datenträger sowie mobile Endgeräte.

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Anonymus machte in der Vergangenheit bereits durch Angriffe auf die NSA, den Ku-Klux-Klan, Scientology und den Islamischen Staat auf sich aufmerksam
Anonymus machte in der Vergangenheit bereits durch Angriffe auf die NSA, den Ku-Klux-Klan, Scientology und den Islamischen Staat auf sich aufmerksam
(© issaronow – stock.adobe.com)

Die Hackergruppe Anonymous hat bei einem Cyberangriff auf die deutsche Niederlassung des russischen Energiekonzerns Rosneft nach eigenen Angaben großen Schaden angerichtet. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bestätigte am Montag Berichte der „Welt“ und des „Spiegels“, wonach die Rosneft Deutschland GmbH am Wochenende einen IT-Sicherheitsvorfall meldete. Rosneft ist Russlands größter Ölproduzent. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Rosneft Deutschland reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Bei dem Angriff erbeutete Anonymous nach eigenen Angaben insgesamt 20 Terabyte Daten, darunter auch Backups der Laptops von Führungskräften des Unternehmens. Außerdem sei es gelungen, aus der Ferne 59 iPhones und andere Geräte zu löschen. Man werde die heruntergeladenen Daten nun sichten, so die Hackergruppe. Eine Veröffentlichung aller Daten sei nicht geplant. Rosneft Deutschland ist an drei deutschen Raffinerien beteiligt, in Schwedt in Brandenburg (PCK), Karlsruhe (MiRO) und Neustadt an der Donau (Bayernoil).

Der Deutschland-Ableger des Staatskonzerns war nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren für rund ein Viertel aller Rohölimporte nach Deutschland zuständig. Damit gehört das Unternehmen zu den Einrichtungen der sogenannten Kritischen Infrastruktur. Für solche Firmen bestehen Meldepflichten. Das BSI habe seine Unterstützung bei Analyse und Behebung angeboten, hieß es weiter. Man befinde sich im „stetigen Austausch“. Zudem gab das Amt eine Sicherheitswarnung an andere Bereiche der Mineralölwirtschaft heraus.

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