Cyber-Sicherheit

Hacker klauen 1,2 Millionen Datensätze aus dem Schengen-System

| Redakteur: Manfred Klein

„Geplant ist, dass alle Reisenden an EU-Grenzen ihre Fingerabdrücke abgeben müssen, Ein- und Ausreisen werden protokolliert. In einem Passagierdatenregister sollen heikle Personendaten gespeichert werden, darunter religiöse Essgewohnheiten oder Hotelbuchungen mit Doppelzimmer.“

Die Linksfraktion lehne angesichts dieser Entwicklung einen weiteren Ausbau des polizeilichen Datenapparates ab. „Mehr Datenhunger führt zu mehr Datenverlust.

Das gilt auch für eine technisch hochgerüstete Polizei“, erklärt der Andrej Hunko. Das Gleiche gelte für die Fähigkeit zur gleichzeitigen Abfrage mehrerer Informationssysteme. Diese digitale Rasterfahndung sei zwar in Deutschland untersagt. Die Polizeiagentur Europol bewirbt dieses Data Mining jedoch als Besonderheit und bietet ihre Dienste den EU-Mitgliedstaaten an.

Das Schengener Informationssystem (SIS) ist ein Informationssystem für die Sicherheitsbehörden der Schengen-Länder das seit 1995 in Betrieb ist. Es dient der automatisierten Personen- und Sachfahndung in der EU. Es besteht aus Datenbanken, in die unter anderem im Schengen-Raum unerwünschte, vermisste und zur Fahndung ausgeschriebene Personen gespeichert werden.

Diese polizeiliche Fahndungsdatenbank wurde in den letzten rund zehn Jahren technisch weiter entwickelt und mit neuen Funktionalitäten und Fahndungskategorien versehen. Daraus entstand das Schengener Informationssystem der zweiten Generation, kurz SIS II genannt, das am 9. April 2013 auf den eigens dafür geschaffenen Rechtsgrundlagen (EU-Ratsbeschluss und EU-Ratsverordnung) seinen Wirkbetrieb aufnahm.

Darüber hinaus werden zu überwachende Kraftfahrzeuge, Banknoten, gestohlene Ausweisdokumente und Schusswaffen erfasst.

Derzeit werden insgesamt rund 47 Millionen Datensätze im SIS II gespeichert, 1,2 Millionen. Daten zur Personenfahndung und 45,7 Millionen Daten zur Sachfahndung. Es wird erwartet, dass sich die Datenmenge aufgrund der neuen Ausschreibungskategorien auf etwa 70 Millionen erhöht.

Einträge mit Angaben zu gesuchten Personen oder Objekten dürfen von Zoll-, Polizei-, Justiz- oder Verwaltungsbehörden eines Landes vorgenommen werden. Mögliche Eintragsgründe sind:

  • Einreiseverweigerung für Personen, die nicht das Recht haben, den Schengen-Raum zu betreten bzw. sich dort aufzuhalten
  • Aufenthaltsermittlung und Festnahme von Personen, für die ein Europäischer Haftbefehl ausgestellt wurde
  • Unterstützung bei Personenfahndungen gemäß den Anforderungen von Strafverfolgungs- und Justizbehörden
  • Suchen und Schützen von Vermissten
  • Auffindung gestohlenen bzw. verloren gegangenen Eigentums.

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Der Artikel ist mE missverständlich. Man kann im Schengen-System SIS II zwar Verbindungen zu...  lesen
posted am 20.01.2014 um 13:05 von Unregistriert

Behörden sind schon aus Eigeninteresse an der Schließung solcher Lücken aktiviert, falls man dies...  lesen
posted am 17.01.2014 um 18:26 von Unregistriert

Es besteht doch für sämtliche Unternehmen eine *sofortige* Informationspflicht, wenn Daten von...  lesen
posted am 17.01.2014 um 18:09 von Unregistriert

und immer diese bösen Hacker! Schon mal darüber nachgedacht, wer alles extern (prestataire de...  lesen
posted am 17.01.2014 um 18:07 von Unregistriert


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