Cyber-Sicherheit

Hacker klauen 1,2 Millionen Datensätze aus dem Schengen-System

| Redakteur: Manfred Klein

Schengen System gehackt
Schengen System gehackt (Foto: Iosif-Szasz-Fabian - Fotolia.com)

Offenbar konnten sich vor zwei Jahren Hacker Zugriff zum Schengen-Informationssystem der EU verschaffen. Das bestätigte der parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnen­ministerium, Ole Schröder, auf Anfrage des Bundestagsabgeordenten Andrej Hunko. Hunko, Mitglied der Fraktion der Linken, fordert den Abbau von Vorratsdaten.

Auf die Anfrage Hunkos, hatte Schröder in einer Fragestunde erklärt: „Die dänische Polizei informierte am 6. Juni 2013 alle Schengen-Mitgliedstaaten über einen Angriff auf dänische IT-Systeme, bei dem auch circa 1,2 Millionen Datensätze des Schengener Informationssystems (SIS) betroffen waren. Im Juli 2013 informierte die dänische Polizei weiter, dass sie Mitte Januar 2013 Daten von der schwedischen Polizei erhalten habe, die diese im Rahmen der Untersuchungen mehrerer Cyberangriffe gewonnen hatte. Eine Analyse der Daten hatte gezeigt, dass von den Angriffen auch Daten des SIS betroffen waren.“

Der Angriff in Dänemark habe einem externen IT-Dienstleister gegolten, der zum Zeitpunkt des Angriffs neben anderen Anwendungen für die Öffentliche Verwaltung Dänemarks auch das Nationale Schengener Informationssystem Dänemarks betrieben habe. Bei den Angreifern soll es sich um einen schwedischen und einen dänischen Hacker gehandelt haben. Die dabei ausgenutzte Sicherheitslücke sei laut der dänischen Polizei zwischenzeitlich geschlossen worden, so Schröder.

Genaue Details über die Sicherheitslücke und die Art des Angriffs habe Dänemark bis heute nicht bekannt gegeben. Nach Aussage der dänischen Polizei gebe es keine Hinweise darauf, dass gezielt die SIS-Daten ausgespäht worden seien, vielmehr hätten diese sich zusammen mit einer Vielzahl anderer heruntergeladener Daten auf dem Rechner eines der Hacker befunden. Bisher lägen der Bundesregierung keine Hinweise darauf vor, dass der Hacker die Daten weitergegeben oder veröffentlicht haben.

Hunko sieht das Schengen-System dadurch weiter diskreditiert: „Laut Bundesregierung sind 272.606 von Deutschland in das SIS eingestellte Datensätzen kopiert worden. Dies ist dem Bundesinnenministerium seit Juni letzten Jahres bekannt.“

Trotzdem habe das Ministerium dies dies nicht öffentlich gemacht – wohl um das kurz zuvor mit neuen Funktionen aufgebohrte Schengener Informationssystems nicht zu diskreditieren. Im SIS II werden auch biometrische Daten verarbeitet.“

Hunko zieht daraus den Schluss: „Staatliche Informationssysteme sind niemals sicher. Denn die Enthüllungen über digitale Spionage westlicher Geheimdienste zeigen, dass geheimdienstliche Hackerabteilungen über weit mehr Fähigkeiten verfügen als die nun verdächtigten Netzaktivisten.“

Mittlerweile verfüge die EU über derart viele Polizeidatenbanken, dass diese von einer eigenen Agentur verwaltet werden müssen. „Trotzdem sollen weitere Vorratsdatenspeicherungen hinzukommen, auf die immer mehr Behörden zugreifen dürfen“, so Hunko.

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Der Artikel ist mE missverständlich. Man kann im Schengen-System SIS II zwar Verbindungen zu...  lesen
posted am 20.01.2014 um 13:05 von Unregistriert

Behörden sind schon aus Eigeninteresse an der Schließung solcher Lücken aktiviert, falls man dies...  lesen
posted am 17.01.2014 um 18:26 von Unregistriert

Es besteht doch für sämtliche Unternehmen eine *sofortige* Informationspflicht, wenn Daten von...  lesen
posted am 17.01.2014 um 18:09 von Unregistriert

und immer diese bösen Hacker! Schon mal darüber nachgedacht, wer alles extern (prestataire de...  lesen
posted am 17.01.2014 um 18:07 von Unregistriert


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