Interview

Gutachter soll klären: Braucht NRW überhaupt einen Landes-CIO?

02.09.2009 | Redakteur: Gerald Viola

Staatssekretär Karl Peter Brendel (l.) im Kölner Callcenter, das den Pilotbetrieb von D115 übernommen hat
Staatssekretär Karl Peter Brendel (l.) im Kölner Callcenter, das den Pilotbetrieb von D115 übernommen hat

Ebenfalls auf der Agenda stehen die Einführung der Einheitlichen Behördenrufnummer D 115 und die Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie. Wie sieht hier der Projektstand aus und wo soll der Einheitliche Ansprechpartner angesiedelt werden?

Brendel: Seit dem Start des Pilotbetriebes am 24. März können mehr als 10 Millionen Bundesbürger von einer verbesserten telefonischen Erreichbarkeit der Verwaltungen profitieren. Nordrhein-Westfalen nimmt in dem Vorhaben eine herausragende Rolle ein. Es zeigt, dass wir unser Ziel einer kundenorientierten Verwaltung konsequent in die Praxis umgesetzt haben. So sind von den derzeit 22 teilnehmenden Modellregionen 15 Städte und drei Kreise aus Nordrhein-Westfalen. Es können aber auch noch mehr werden. Interessenten sind aufgerufen sich zu beteiligen. Die ersten Erfahrungen zeigen, dass die Rufnummer gut angenommen wird und die damit verbundenen Serviceversprechen bezüglich kurzer Wartezeiten und einer hohen Beantwortungsquote bereits im ersten Kontakt gehalten werden konnten. Übrigens betreffen mehr als 90 Prozent der fast 200.000 monatlichen Anfragen den Kommunalbereich, der seit je her in den meisten Fällen die erste Anlaufstelle für Bürger und Wirtschaft darstellt.

Dies ist ebenfalls ein Beleg dafür, dass sich die Entscheidung der Landesregierung für eine Verortung des Einheitlichen Ansprechpartners im Kommunalbereich sowohl an der Verwaltungspraxis als auch an den Erwartungen der Bürger und Wirtschaft orientiert. Ein entsprechender Gesetzentwurf befindet sich zurzeit in der parlamentarischen Beratung. Kommunen, Kammern und das Land arbeiten derzeit gemeinsam an Konzepten zur IT-technischen Umsetzung der europäischen Dienstleistungsrichtlinie.

Sowohl die Umsetzung der europäischen Dienstleistungsrichtlinie als auch die einheitliche Behördenrufnummer haben zum Ziel, den Zugang zur Verwaltung über eine einzige Anlaufstelle zu vereinfachen. Bei der einheitlichen Behördenrufnummer erfolgt der Kontakt zur Verwaltung über das Telefon, bei dem Einheitlichen Ansprechpartner im Rahmen der europäischen Dienstleistungsrichtlinie über elektronische Verfahren. Den Bürgern und Bürgerinnen steht es somit grundsätzlich frei, sich für einen Zugang seiner Wahl zu entscheiden.

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