Interview

Gutachter soll klären: Braucht NRW überhaupt einen Landes-CIO?

02.09.2009 | Redakteur: Gerald Viola

Staatssekretär Karl Peter Brendel (l.) im Kölner Callcenter, das den Pilotbetrieb von D115 übernommen hat
Staatssekretär Karl Peter Brendel (l.) im Kölner Callcenter, das den Pilotbetrieb von D115 übernommen hat

Der nordrhein-westfälische Innenminister bewertet die Konsolidierung als wichtigen Schritt hin zu einem bundesweiten eGovernment.

Wie ist das zu verstehen?

Brendel: Im Vordergrund der Neustrukturierung stehen selbstverständlich zunächst die Optimierung und Modernisierung der landesinternen Informationstechnik. Zunehmend spielt die Informationstechnik jedoch auch eine wichtige Rolle bei der länderübergreifenden Zusammenarbeit. Schwerpunkt dieser Zusammenarbeit ist der Bereich des eGovernment, also der elektronischen Leistungserbringung für Bürger und Unternehmen. Die Entwicklung und der Betrieb länderübergreifender Lösungen für eGovernment, aber auch die Vereinbarung gemeinsamer Austauschstandards kann in Nordrhein-Westfalen erheblich erleichtert werden, wenn hierfür auf Seiten des Landes ein einziger leistungsfähiger technischer Ansprechpartner zur Verfügung steht. Diese Vorteile haben sich bereits in der Vergangenheit bei der Vernetzung von Bund, Ländern und Kommunen gezeigt. Da zudem IT.NRW schon seit vielen Jahren das Landesverwaltungsnetz und die Übergänge zu anderen Netzen zentral betreibt, war ein Anschluss an länderübergreifende Netze und Kommunikationsdienste in Nordrhein-Westfalen schnell und problemlos zu realisieren.

Dennoch, Nordrhein-Westfalen hat noch immer keinen Landes-CIO, obwohl ein entsprechender Kabinettbeschluss dies seit Langem vorsieht. Weshalb wurde noch keine solche Stelle geschaffen oder hat das Land auf einen solchen Schritt bewusst verzichtet? Wie unterscheidet sich die strategische Steuerung von der anderer Bundesländer?

Brendel: Die Rahmenplanung und Koordinierung der IT in der Landesverwaltung ist in Nordrhein-Westfalen seit vielen Jahren eine gesetzliche Aufgabe des Innenministeriums. Auf dieser Grundlage nehme ich als Staatssekretär im Innenministerium auch die Aufgaben der IT-Steuerung innerhalb der Landesverwaltung wahr und vertrete das Land in bundesweiten IT-Gremien, wie beispielsweise der eGovernment-Staatssekretärsrunde. Hinsichtlich der strategischen Steuerung unterscheidet sich Nordrhein-Westfalen insofern nicht wesentlich von anderen Bundesländern. Gleichwohl hat die Landesregierung das Ziel, die Steuerung der IT in der Landesverwaltung neu zu gestalten und weiter zu verbessern. Lösungen sollen durch ein Gutachtens untersucht werden. Die Einrichtung eines zentralen IT-Bevollmächtigten mit weitreichenden Befugnissen, also eines CIO, gehört dazu.

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