Wie das Datenverarbeitungszentrum Mecklenburg-Vorpommern die Landesverwaltung vernetzt

Gut gerüstet für eGovernment

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Aus Sicht des Landes und seines IT-Dienstleisters kommen weitere wichtige Effekte hinzu. Dazu Matthias Fuchs: „Kostspielige und zeitraubende Konfigurationen an dezentral verteilten Telefonanlagen erübrigen sich. Außerdem sind verwaltungsinterne Telefonate über das Landesnetz gebührenfrei. Durch effizientere Administration und Wartung der vereinheitlichten Infrastruktur sowie durch günstigere Leitungs- und Verbindungskosten ergeben sich erhebliche Einsparungen.“ Der Landeshaushalt, so seine Erwartung, wird in den kommenden Jahren um Millionenbeträge entlastet.

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Kapazitätsbedarf wächst rasant

Voraussetzung für das Geschäftsmodell „Unified Communications als Managed Service“ ist die flächendeckende Verfügbarkeit des Landesnetzwerks. Dessen Backbone oder Kernnetz ist dazu als ein geschlossener Ring angelegt. Er reicht von Schwerin über Rostock, Stralsund, Neubrandenburg und Parchim bis zurück nach Schwerin. Alle anderen Verwaltungsstandorte, zum Beispiel Wismar, Güstrow oder Ludwiglust, sind sternförmig an diesen Ring angeschlossen.

Im Backbone-Ring steigt der Datenverkehr permanent – nicht nur, weil immer mehr Landesstellen und inzwischen auch Kommunalverwaltungen den Unified-Communications-Service des DVZ in Anspruch nehmen, sondern auch durch viele andere Anwendungen. Direkte Schnittstellen zu den zentralen eGovernment-Diensten des Landes M-V – wie beispielsweise die seit 2008 nutzbare einfache Melderegisterauskunft „eMRA.MV“ und das in diesem Zuge aufgebaute Zentrale Informationsregister „ZIR“ – verstärken das bereichsübergreifende Zusammenspiel der unterschiedlichen Komponenten.

So kann der Rettungsdienst der für den Bereich Westmecklenburg zuständigen „Integrierten Leitstelle“ dank der optimalen Anbindung schneller auf erforderliche zentrale Landesdaten zugreifen und bei Bedarf direkt melderelevante Anfragen ans ZIR senden. Zusätzlich werden über das geschützte Landesnetzwerk die lokalen Einsatzdaten vom Anruf bis zur Auswertung für andere Leitstellen in einer „zentralen“ Datenbank bereitgestellt. Hier fließen die Daten zusammen. Zudem dient das Netzwerk zur überregionalen Koordination der angeschlossenen Einsatzkräfte sowie zur Online-Bereitstellung entsprechender Geo-Daten, Straßenverzeichnisse und Alarmpläne. Es versteht sich, dass solche Anwendungen nicht nur den Kapazitätsbedarf in die Höhe schrauben, sondern auch die Ansprüche an Verfügbarkeit und Sicherheit.

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