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Wissen was kommt – SAS setzt verstärkt auf die Öffentliche Verwaltung Großbritannien ist Vorreiter bei Business-Intelligence-Lösungen

| Redakteur: Gerald Viola

In Großbritannien setzt die Öffentliche Hand immer stärker auf Business-Analytics- und Business-Intelligence-Lösungen (BI/BA), um die Verwaltung zu optimieren und die Kosten zu senken. In Deutschland kommt die Nachfrage im Public Sector nur langsam in Fahrt.

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Wolf Lichtenstein, Geschäftsführer SAS Institute GmbH
Wolf Lichtenstein, Geschäftsführer SAS Institute GmbH
( Archiv: Vogel Business Media )

Dabei bieten gerade BI- und BA-Lösungen nicht nur in der Wirtschaftskrise zahlreiche Möglichkeiten, sowohl in Unternehmen wie auch in der Öffentlichen Verwaltung Prozesse zu optimieren und Kosten zu senken. Während der Premier Business Leadership Series in London, sprach eGovernment Computing mit Wolf Lichtenstein, dem deutschen Geschäftsführer von SAS – einem der größten Softwarehersteller weltweit. Er unterstrich, dass auch in Deutschland bei den Behörden der Bedarf an BA-Lösungen schnell steigt: „Hier treten Prognose- und Simulationsthemen in den Vordergrund, also, was passiert, wenn … So können die Verantwortlichen ihre Zukunftsorientierung in den Bereichen Kosten, Haushalt und Personal erhöhen und gezielt agieren, wenn das vermutete Szenario dann tatsächlich eintritt.“

Bedürfnis nach Transparenz

Denn gerade das Beispiel Großbritannien zeigt im Öffentlichen Dienst, dass verlässliche Aussagen über künftige Entwicklungen den eGovernment-Ausbau sinnvoll steuern können. Die Experten von SAS setzen darauf, dass in den Verwaltungen also nicht mehr nur Reporting und rückwärts gerichtete Auswertungen benötigt werden.

Und deshalb entstehe sowohl in der Wirtschaft als auch in der Verwaltung ein ständig steigendes Bedürfnis nach Transparenz Wolf Lichtenstein: „Das ist unsere Kernkompetenz.“ Die Krise unterstütze diesen Informationsbedarf, der in Deutschland immer vorhanden gewesen sei. „Jetzt ist der Druck gestiegen. Jetzt muss die moderne Verwaltung daran arbeiten, ihre Verwaltungsprozesse zu optimieren, ihre Effizienz zu steigern und serviceorientierter zu werden.“

SAS stelle eine deutlich gestiegene Nachfrage in unterschiedlichen Branchen fest. Gerade im Bereich der Öffentlichen Verwaltungen, in die der Staat mit seinem Konjunkturprogramm viel Geld stecke, könnten Business Intelligence und Business Analytics dazu beitragen, dass die zusätzlichen Mittel langfristig wirksam investiert würden. „Wir stellen fest, dass im Public Sector gerade im Bereich der Infrastrukturthemen mehr Projektideen für BI und BA entstehen.“

Dazu komme, dass sowohl im kommunalen Bereich als auch auf Länderebene Verbünde entstünden, die sich stark in Richtung Shared Services entwickeln. Dadurch entstehe neuer Daten- und Analysebedarf. Hinzu komme ein verstärktes Bedürfnis nach Benchmarking, sodass SAS im Public Sector durchaus einen hervorragenden Markt für seine Software sieht.

Nicht nur bei den Finanzbehörden werden diese Anwendungen bereits seit Jahren eingesetzt, sondern auch das statistische Bundesamt und die Landesämter benutzen diese Tools. Im kommenden Jahr werden diese Verfahren vor allem bei verteilten Aufgaben für den EU-Zensus genutzt.

„Wir haben die Nase vorn“

In dem Versuch der Mitbewerber, sich durch den Zukauf von BI-Herstellern einen größeren Marktanteil zu sichern, sieht Lichtenstein nach wie vor keine Gefahr für sein Unternehmen. „BI wird immer stärker durch analytische Verfahren geprägt, entwickelt sich also in Richtung BA. Und da haben wir ganz klar die Nase vorn. Ein Mitbewerber hat sich jetzt sogar den zweiten BI-Hersteller gekauft, das zeigt doch das ganze Dilemma, denn da geht es nur um die Fantasie an der Börse.“

Wenige Tage vor der Konferenz in London hat SAS bekannt gegeben, dass das Unternehmen 70 Millionen US-Dollar in ein neues Rechenzentrum für Cloud Computing investieren werde. Damit will der BI-Spezialist vor allem Kapazitäten für On-Demand- und gehostete Lösungen bereitstellen. Es sei ein Markt entstanden, der zwar in Deutschland eine untergeordnete Rolle spielen werde, aber dennoch bedient werden soll. Es geht um Kunden, die nur zeitweise einen BA-Bedarf haben, also beispielsweise um Hotels, die ihre künftige Auslastung prognostizieren wollen.

Das neue Rechenzentrum entsteht in den USA (North Carolina) und schafft gleichzeitig bei SAS neue Arbeitsplätze in Forschung und Entwicklung.

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