PDV-Systeme erhält Zuschlag

Großauftrag aus Baden-Württemberg geht nach Erfurt

| Redakteur: Susanne Ehneß

Gebäude der PDV-Systeme GmbH in Erfurt
Gebäude der PDV-Systeme GmbH in Erfurt (Bild: PDV Systeme GmbH)

Die PDV-Systeme GmbH freut sich über einen Großauftrag. Für das Justizministerium Baden-Württemberg wird der Mittelständler die Software zu elektronischer Akte und elektronischem Rechtsverkehr liefern. Den Zuschlag erhielt man im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung.

Die Justiz Baden-Württemberg wird in den kommenden fünf Jahren im gesamten Verantwortungsbereich die elektronische Aktenführung und Vorgangsbearbeitung einführen. Die Software hierfür kommt aus Erfurt: Für ihr Standardprodukt „VIS-Suite“ wird die PDV-Systeme GmbH einen entsprechenden Client entwickeln, der den speziellen Bedürfnissen in der ordentlichen Gerichtsbarkeit, der Fachgerichtsbarkeit, den Staatsanwaltschaften sowie im Justizverwaltungsbereich gerecht werden soll.

Auftragsgegenstand ist auch die Anbindung justizspezifischer Fachverfahren. Als Partner für das Großprojekt holte PDV-Systeme die Computacenter AG & Co. oHG aus Kerpen an Bord.

„Wir freuen uns sehr über diesen Auftrag“, kommentiert PDV-Geschäftsführer Gregor Lietz. „Es ist die Chance, in den nächsten Jahren weiter zu wachsen und unsere Position als Softwarehersteller für öffentliche Verwaltungen auszubauen.“ Die Anforderungen an die IT aus der Justiz seien sehr hoch, daher freue er sich, dass PDV-Systeme „sich in einem hochkarätig besetzten Wettbewerberumfeld durchsetzen konnte“.

Auswahlgründe

Laut Auftraggeber haben sich die Erfurter gegen neun Mitbewerber aus Deutschland und dem Ausland durchgesetzt. „„Bei der Auswahlentscheidung war für uns neben dem Datenschutz von ganz zentraler Bedeutung, dass die elektronische Akte ergonomisch, also optimal an die Bedürfnisse im Praxisalltag angepasst ist“, begründet Justizminister Rainer Stickelberger die Entscheidung. „Mit PDV-Systeme haben wir einen sehr erfahrenen und verlässlichen Partner gefunden, der die mehr als 60 von uns formulierten Anforderungen an die Praxistauglichkeit der Software erfüllt.“

Stickelberger betont, dass die Einführung der eAkte eine moderne, bürgernahe und leistungsfähige Justiz in Baden-Württemberg sichere. „Ab dem 1. Januar 2018 können die rechtssuchenden Bürgerinnen und Bürger – wenn sie wollen – ihre Schreiben rein elektronisch mit rechtsverbindlicher Wirkung an die Gerichte senden. Unsere elektronische Akte stellt dann sicher, dass diese digitale Post auch innerhalb des Gerichts papierlos am Computer bearbeitet wird. Hierdurch können Verfahrensabläufe beschleunigt und die Akteneinsicht schneller und komfortabler gestaltet werden“, erläutert der Minister. Auf Initiative von Baden-Württemberg werde derzeit außerdem ein bundeseinheitliches System zur elektronischen Akteneinsicht geplant.

Start: Ende 2015

Die Pilotierung der elektronischen Akte soll Ende dieses Jahres an ausgewählten Gerichten starten. Neben den dort erzielten Erfahrungen sollen laut Stickelberger auch Anregungen und Ideen eines Praxisbeirats aus Justizbeschäftigten aller Fachbereiche und Laufbahnen in die weitere Entwicklung einfließen. Positiv wird auch die Zusammenarbeit der PDV-Systeme GmbH mit dem Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme in Berlin bewertet.

Die flächendeckende Ausstattung der Justiz ist ab dem Jahr 2017 vorgesehen.

PDV-Systeme wurde 1990 gegründet und setzte mit seinen 100 Mitarbeitern im vergangenen Geschäftsjahr rund 15,3 Millionen Euro um.

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