Hauptstadtkongress 2017

Gröhe fordert „Mannschaftsleistung“ im Gesundheitswesen

| Autor: Susanne Ehneß

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe eröffnete den Kongress
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe eröffnete den Kongress (Bild: © WISO)

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat in seinem Vortrag zur Eröffnung des „Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit“ auf die Bedeutung von Kooperationen hingewiesen.

In seinem Vortrag rief Gröhe die Leistungserbringer im deutschen Gesundheitswesen dazu auf, intensiver zu kooperieren. Das Gesundheitswesen müsse sich daran orientieren, „dass aus den vielen, guten, ja Spitzenleistungen des deutschen Gesundheitswesens eine Mannschaftleistung wird“, so Gröhe.

Der Minister betonte, alle Gesetze der ablaufenden Legislaturperiode hätten im Kern der Vernetzung gedient. So sei der mit dem Versorgungsstärkungsgesetz eingerichtete Innovationsfonds geschaffen worden, „damit statt Mauern Brücken zwischen den Sektoren gebaut werden.“ Ziel sei „Vernetzung durch sektorübergreifende Versorgung.“

Zögerliche Umsetzung

Aber auch die Zusammenarbeit zwischen Maximal- und Regelversorgern, also Spezialkliniken und regionalen Krankenhäusern, gehöre dazu. Durch digitale Vernetzung müsse künftig jeder Regelversorger in der Lage sein, das Wissen der Spitzenmedizin von einem Maximalversorger abzurufen, wobei „dann dank Telemedizin egal ist, wie weit er entfernt ist.“

Gröhe kritisierte die langsame Umsetzung solcher Zusammenarbeit in Deutschland: „Ich bedaure, dass das Thema Digitalisierung sehr zögerlich angegangen wird“, so der Minister wörtlich.

„Wenn wir über sektorübergreifende Zusammenarbeit, wenn wir über Delegation und Substitution reden – in welcher Weise wir das noch angstbesetzt diskutieren, befremdet mich manchmal“, äußerte Gröhe vor dem Hintergrund der Konkurrenz zwischen stationärem und ambulantem Sektor und der Debatte um mehr Verantwortung für die Pflegeberufe.

Bezüglich sektorübergreifender Versorgung sollten alle Beteiligten wissen: „Da raubt mir keiner meine Arbeit“, so Gröhe.

Der Kongress

Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit , der in diesem Jahr zum zwanzigsten Mal stattfindet, findet vom 20. bis 22. Juni statt. Die Eröffnungsveranstaltung stand im Zeichen des Jubiläums.

Der Arzt, Kabarettist und Autor Dr. Eckart von Hirschhausen diskutierte mit den wissenschaftlichen Leitern der drei mit dem Hauptstadtkongress zusammen stattfindenden Fachkongresse über die Entwicklung des Gesundheitswesens in zwei Jahrzehnten – zentrale Themen waren unter anderem Robotik, künstliche Intelligenz sowie das Fernbehandlungsverbot.

Erste Bilder vom Hauptstadtkongress finden Sie in der Bildergalerie:

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