Zum Umgang mit Geodaten

GIS goes Open Data

| Redakteur: Manfred Klein

Bewegung im GIS-Bereich?
Bewegung im GIS-Bereich? (Bild: © ArtemSam - Fotolia)

Sollen Verwaltungen ihre Geodaten Bürgern und Wirtschaft kostenfrei zur Verfügung stellen? Es ist noch nicht lange her, da wurde darüber mitunter heftig diskutiert. Im Zuge von Open-Data-Plänen scheint das Bezahlmodell jedoch immer mehr in die Defensive zu geraten. Jedenfalls haben Rheinland-Pfalz und der Rhein-Kreis Neuss angekündigt, ihre Daten künftig ohne Gebühr anzubieten.

So heißt es aus Rheinland-Pfalz anlässlich der Freischaltung von 34 Geodatensätzen durch Innenminister Roger Lewentz: „Das Bewusstsein dafür, dass frei zugängliche Daten Initialzündungen für Innovationen auslösen können, wächst“. Ähnlich wie die Verkehrs- und IT-Infrastruktur spiele auch der freie Zugang zu „Daten-Rohstoffen“ eine immer stärkere Rolle, beispielsweise bei Standortentscheidungen.

Rheinland-Pfalz gehe daher jetzt in die Offensive und habe schalte 34 Geodatensätze der Vermessungs- und Katasterverwaltung Rheinland-Pfalz (VermKV) als Open-Data Produkte freigeschaltet.

Die digitalen Produkte sollen künftig unter dem Lizenzmodell „Deutschland 2.0 – Namensnennung“ online für die kostenfreie kommerzielle wie nicht-kommerzielle Nutzung bereit gestellt werden. Dabei handele es sich einerseits um „Klassiker“, die auch vor der Freischaltung schon zur Verfügung gestanden hätten – allerdings unter anderen Lizenzbedingungen, die eine kostenfreie gewerbliche Nutzung nicht ermöglichten. Zu diesen Produkten gehörten beispielsweise Luftbilder mit 40 cm Bodenauflösung, Bodenrichtwerte oder topographische Karten in verschiedenen Maßstäben.

Im Rahmen der Open-Data-Freischaltung stellt die Vermessungs- und Katasterverwaltung Rheinland-Pfalz nun aber auch neue WMS- sowie WFS-Dienste erstmals der Öffentlichkeit zur Verfügung. Hierzu gehören neben historischen Karten auch der WebAtlasRP oder Blattschnittübersichten sowie Verwaltungsgrenzen.

Mit ihrer Open-Data-Initiative will die Vermessungs- und Katasterverwaltung Rheinland-Pfalz laut eigenen Angaben einen Beitrag zur Umsetzung des neuen Transparenzgesetzes in Rheinland-Pfalz leisten, das am 1. Januar 2016 in Kraft getreten ist und auf mehr Transparenz und Offenheit in einer modernen und effizienten Landesverwaltung abzielt.

Mit seinem Open-Data-Angebot will Rheinland-Pfalz Nutzungsmöglichkeiten auf verschiedensten Ebenen bieten. Unternehmen und Privatpersonen sollen mit den angebotenen Geodaten selbst neue Anwendungen und Dienste erstellen können.

Dazu heißt es aus Rheinland-Pfalz: „Der freie Zugang zu Geodaten bildet die Voraussetzung für darauf aufbauende Innovationen, und Prozessketten. Hierzu zählen nicht zuletzt Anwendungen in der Land- und Forstwirtschaft, im Immobiliensektor, dem Gesundheitswesen, in der Energie- und Rohstoffwirtschaft, dem Hochwasser- und Katastrophenschutz oder dem Tourismus. Hier entfalten Geodaten ihre volle Wirkung, bringen einen klaren Mehrwert und bilden die Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe, für Innovationen und wirtschaftliches Wachstum.“

Offene Schnittstellen und Standards sollen dabei für einen ungehinderten Zugang und Austausch sorgen. Daten seien dann „offen“, wenn sie durch jedermann und für jegliche Zwecke genutzt, weiterverarbeitet und weiterverbreitet werden könnten.

Das Land verweist auch darauf, dass mit den neuen Nutzungsbestimmungen die Möglichkeiten im Umgang mit den frei gegebenen Geodaten nahezu unbegrenzt seien. die Daten könnten vervielfältigt, ausgedruckt, präsentiert, bearbeitet, an Dritte übermittelt, mit eigenen Daten und Daten Anderer zusammengeführt, zu selbständigen Datensätzen verbunden, in Geschäftsprozesse und in Anwendungen eingebunden werden. Lediglich ein Quellenvermerk auf die Vermessungs- und Katasterverwaltung Rheinland-Pfalz (VermKV) als Urheber sei obligatorisch.

Ganz will man sich in Mainz aber nicht vom Bezahlmodell verabschieden. Auch in Zukunft soll es noch Premium-Produkte geben, die nicht als Open-Data freigegeben werden. So werden auch in zukunft beispielsweise Luftbilder mit 20 cm Bodenauflösung oder Hauskoordinaten nur gegen Entgelt erhältlich sein. Dazu heißt es: „Die Open-Data-Produkte bieten jedoch einen derart hohen Informationsgehalt, dass er für die meisten denkbaren Anwendungen ausreichend sein sollte.“

Mehr Informationen gibt es auf den Internetseiten der VermKV Rheinland-Pfalz.

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